(c) Pester Lloyd / 8 – 2011 KURZMELDUNGEN — gesammelte Meldungen dieser Woche aus dem Archiv.
Arbeitslosigkeit in Ungarn wieder über 11%
01.03.2011 · Wirtschaft
Die Arbeitslosenquote in Ungarn hat wieder die 11%-Marke überstiegen. Im Quartal November 2010 bis Januar 2011 stieg die Quote um 0,4 Prozentpunkte gegenüber dem davor liegenden Quartal und erreichte 11,2%. 474.000 Menschen waren offiziell abreitslos gemeldet. Die Zahl der versicherungspflicht Beschäftigten wuchs binnen Jahresfrist leicht um 26.000, die Zahl der Arbeitslosen lag um 18.000 höher. Widersprüchliche Zahlen gibt es zudem zwischen Arbeitsamt und Statistikamt. Die staatliche Arbeitsagentur ÁFSZ spricht von 93.000 neuen Arbeitssuchenden im Januar zum Dezember, die Daten des KSH sind geringer. Das liegt angeblich daran, dass das neue System der öffentlichen Beschäftigung noch nicht vollständig arbeitsfähig war. Während die Industrie durchaus Neueinstellungen vornimmt, schwächelt der Dienstleistungssektor. Einsparungen, sprich Kündigungen im Umfeld des öffentlichen Dienstes nehmen zu und dürften sich in den nächsten Monaten verstärken. Die Beschäftigungsrate bleibt mit 55,3% sehr gering, die zweitniedrigste in der EU und das Kernproblem der ökonomischen und fiskalischen Schwäche des Landes.
Kroatiens BIP 2010 gesunken, leichtes Wachstum für 2011 erwartet
01.03.2011 · Kroatien
Kroatien: BIP 2010 gesunken, leichtes Wachstum für 2011 erwartet
Das kroatische Bruttoinlandsprodukt (BIP) fiel 2010 um 1.4 % verglichen mit 2009, wie die ersten Einschätzungen des Zentralen Statistikamts (DZS) ergeben. 2009 hatte der Rückgang gegenüber 2008 5.8% betragen. Im letzten Quartal 2010 sank das BIP um 0.7% gegenüber dem Vergleichsquartal, nach einem geringen Wachstum von 0.2% im dritten Quartal. Der Onlinezeitung „Croatian Times” zufolge hätten Ökonomen für 2010 einen Rückgang des BIP um 1.5 % erwartet, für dieses Jahr sei mit einem Wachstum von ca. 1.5% zu rechnen. Das „Institut der Wirtschaft“ in Zagreb geht dagegen aufgrund der gewachsenen Arbeitslosenquote und eines unausgeglichenen Steuersystems von einem Anstieg um nur 1.3% aus. Weitere Probleme stellten der geringe Binnenkonsum, die nur langsame Erholung der Industrie, ein und die härteren Kreditauflagen in Folge der Krise der Eurozone dar. Die jährliche Inflationsrate lag im Januar bei 1.9%, gestiegene Lebensmittel- und Energiepreise könnten den Durchschnittswert für 2011 auf 2.6% erhöhen. Die Konsolidierung des Finanz- und Steuerwesens spielt auch für die Beitrittsverhandlungen mit der EU eine Rolle. In den nächsten beiden Monaten soll ein Beitrittsdatum festgelegt werden.
In der vergangenen Woche gab es auch wegen der wirtschaftlichen und sozialen Situation im Land mehrere Demonstrationen , die zum Teil in Ausschreitungen mit der Polizei mündeten.
Fidesz-Vorstandsmitglied wird Präsident des Sportclubs Ferencvaros
01.03.2011 · Budapest
Fidesz-Politiker führt Fußballlegende Ferencváros
Am Freitag wurde Gábor Kubatov, Mitglied des Parteivorstandes der Regierungspartei Fidesz, zum neuen Präsidenten des Sportclubs FTC Ferencváros gewählt. Seine Amtszeit reicht bis zum November 2014. Kubatov beriet sich vor der Annahme der Wahl mit den Vorsitzenden der einzelnen Abteilungen des Clubs, ehemaligen Spitzensportlern und Langzeitfans und versprach ein transparentes und kosteneffizientes Management. Er bestätigte die Gerüchte um Pläne des Clubs, das Fußballteam FTV Ferencváros zurück in „ungarische Hände“ zu holen. Der Verein war 2008 aufgrund finanzieller Schwierigkeiten an den britischen Immobilienunternehmer Kevin McCabe verkauft worden: http://www.pesterlloyd.net/2008_08/0808ferencvaros/0808ferencvaros.html , bei dem es sich auch um den Eigentümer der Mannschaft Sheffield United handelt. McCabe hatte letzten November angekündigt, seine Anteile am FTV wieder abtreten zu wollen. FTV Ferencvaros gehört zu den populärsten und erfolgreichsten Fußballmannschaften in Ungarn, die bisher 28 Meister- und 20 Ungarncup-Titel erringen konnte. Unter seinen Fans befinden sich Kreise, die immer wieder durch Krawalle und nationalistische bis rechtsextreme Parolen und Symbole auffallen. Weiteres zum Thema:
Wie ein eigener Kosmos. Ferencváros, einer Legende auf der Spur http://www.pesterlloyd.net/2009_36/0936ftc/0936ftc.html
Trag niemals lila! Schmalzbrot und Hitlergruß: Ein Besuch beim Fußballklub Ferencváros Budapest http://www.pesterlloyd.net/2009_33/0933fradi/0933fradi.html
Ärmste Region der EU liegt in Bulgarien
02.03.2011 · Bulgarien
Das Gebiet Severozapaden im Nordwesten Bulgariens ist den Daten des EU-Statistikamtes Eurostat zufolge die ärmste Region in der Europäischen Union. Die 2008 erhobenen Daten weisen nach, dass die Region nur 28% des durchschnittlichen EU-Bruttoinlandsproduktes pro Kopf erreicht. Andere Regionen Bulgariens stehen nicht viel besser da, für den mittleren Norden (Severen Tsentralen) und den mittleren Süden (Yuzhen tsentralen) liegt der Wert bei 30%. Dagegen erreicht die Innenstadt Londons mit 343% das höchste Ergebnis, gefolgt von Luxemburg und Brüssel. Unter den 40 Regionen, die das Niveau von 125% überschreiten, liegen nur zwei in den ab 2004 beigetretenen Ländern, je eine in der Tschechischen Republik und der Slowakei. In Bulgarien nahm im vierten Quartal des Jahres 2010 zudem die Arbeitslosigkeit zu: Die Quote stieg gegenüber dem Vergleichsquartal 2009 um 3.3% auf 11.2%. Im gleichen Zeitraum sank die Beschäftigungsrate der 15-64-Jährigen um 2.2% auf 59.0%. Für die Altersgruppe der 20-64-Jährigen (ein Wert, der als Indikator im Strategiepapier „Europa 2020“ der Europäischen Kommission festgeschrieben ist) sank sie um 2.8% und betrug für Männer 64.7% – 67.7%, für Frauen 61.8%.
Start des Ticketverkaufs für Fußball-EM 2012
02.03.2011 · Polen
in Polen und der Ukraine
Am Mittwoch hat der Ticketverkauf für die nächstes Jahr in Polen und der Ukraine stattfindende Fußball-EM der Männer begonnen. Wer sich bereits auf der Internetseite der UEFA registriert hat, kann nun bis zum 31. März Eintrittskarten reservieren, maximal vier für einen Spieltag. Im April bzw. Mai lost die UEFA aus, wer Tickets erhält. Insgesamt werden die Veranstalter über eine Million (1.400.000) Tickets drucken. In den ersten Stunden brachen die UEFA-Server ob des Ansturms regelmäßig zusammen. Das günstigste Ticket für ein reguläres Spiel kostet 120 Zloty (ca. 30 Euro), das günstigste für das Finale ca. 50 Euro. Das UEFA-Ticketportal für die Anlage eines Benutzerkontos und den Ticketerwerb (am Mittwoch Abend von zu vielen Anfragen überlastet): http://ticketing.uefa.com/euro2012-de/
40% der Wohnungen in Rumänien ohne Toilette
02.03.2011 · Rumänien
Eine EU-Studie fasste nun in Zahlen, was für die meisten Rumänen tagtäglich gelebte, bittere Realität ist: der Zustand ihrer Wohnungen und Häuser ist katastrophal. 42% aller Rumänen leben in Wohnungen oder Unterkünften ohne Innentoilette, fast ebensoviele, 41,2%, haben weder Bad noch Dusche in den eigenen vier Wänden. In den 17 „alten“ EU-Ländern liegt diese Quote gerade bei 1%. Die Hälfte der Wohnungen bzw. Häuser in Rumänien gelten als überbelegt, fast 80% der Kinder unter 14 Jahren haben kein eigenes Zimmer, 22% der Einwohner müssen zudem in Behausungen mit undichten oder gar einsturzgefährdeten Dächern leben. Die Daten der EU-Sozialagentur stammen von Ende 2009. Laut dem Statistischen Amt INS, gibt es in 13.000 Gemeinden des Landes weder Wasseranschlüsse noch Abwassersysteme, das schlimmste daran ist, dass sich diese Zahl in den letzten zehn Jahren nochmals um ein Fünftel erhöht hatte, statt, wie man vermuten sollte, reduziert hat, kommentiert ein Ökonom diesen Skandal. Um allein das Wasser- und Abwasserproblem zu lösen, bräuchte Rumänien Investitionen über 18 Milliarden EUR, offiziell, so der EU-Vertrag, müsste man 2018 auf EU-Standard sein…
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