(c) Pester Lloyd / 9 – 2010 KURZMELDUNGEN — gesammelte Meldungen dieser Woche aus dem Archiv.
MSZP startet Wahlkampftour durch 100 Städte in Ungarn
01.03.2010 · Politik
Mehr als 100 Ortschaften umfasst die Wahlkampftour des sozialistischen Spitzenkandidaten Attila Mesterházy, auf der er versuchen will, das Wahlprogramm seiner Partei zu erläutern und „verlorengegangenes Vertrauen“ bei den Sympathisanten der MSZP wiederzugewinnen. Die Mammut-Tour startete Mesterházy am Montag in Polgár im Osten des Landes. Eine realistische Zielsetzung könnte lauten, zumindest die Wählerbasis der MSZP zu motivieren, zur Wahl zu gehen, um das bevorstehende Debakel wenigstens so klein wie möglich zu halten. Der MSZP wird ein Wahlergebnis um 20% vorhergesagt, rund die Hälfte des Ergebnisses von vor 4 Jahren. Mesterházy erklärte bei seinem Tour-Start, dass die kommende Wahl das Schicksal Ungarns „für die nächsten vier, acht, zwölf Jahre“ bestimmen könnte. Er wiederholte seine Aufforderung an den deutlich favorisierten Fidesz-Chef Viktor Orbán, dieser möge sich einem Fernsehduell stellen, er werde die Ablehnung einer öffentlichen Debatte wohl kaum glaubhaft vermitteln können, fügte Mesterházy, derzeit Fraktionschef der MSZP, hinzu. Die Leute hätten ein Recht darauf, zu erfahren welche Pläne die Kandidaten hätten und wie sie Probleme konkret zu lösen gedenken, sagte Mesterházy. Dem Fidesz wirft man allgemein vor, sich sehr in Allgemeinplätzen zu verlieren und wenig Konkretes aus einem künftigen Regierungsporgramm zu verlautbaren. Das 66seitige Wahlprogramm der MSZP hingegen enthält zwar viele Detailmaßnahmen, wirkt aber wiederum sehr zerfahren, hilflos und unstrukturiert.
Alles weitere zum Wahlkampf in Ungarn in unserem Themenspezial
WizzAir beschwert sich bei EU-Kommission über Malév-Verstaatlichung
01.03.2010 · Wirtschaft
WizzAir beschwert sich bei EU-Kommission über Malév-Verstaatlichung
Die in Ungarn ansässige Billigairline Wizz Air hat am Montag mitgeteilt, gegen die Renationalisierung der Fluglinie Malév bei der Europäischen Kommission Beschwerde einzulegen. Das Management von Wizz Air vertritt den Standpunkt, dass es sich bei dem Einstieg mit 75 bzw. 90 Mio EUR durch den Staat um eine wettbewerbsverzerrende und damit unerlaubte Staatshilfe handelt. Es sei „prekär“, dass der Staat Steuergelder einsetzt, obwohl niemand im Markt Sinn darin gesehen habe, Geld in die Fluglinie zu stecken. Wenn der Staat schon den freien Wettbewerb nicht fördert, sollte er ihn wenigstens nicht durch eigenes Handeln verletzen, hieß es. Der Staat handele „klar diskriminierend, verhindert Wettbewerb und bietet dabei den Passagieren keinen Vorteil.“ Ungarn sollte von den Beispielen in Belgien und der Schweiz lernen und zur Kentniss nehmen, dass die Malév allein offenbar nicht lebensfähig ist. Das wird auch zukünftig Steuergelder kosten. Wizz Air ist in vielen Bereichen direkter Konkurrent der Malév.
13. Home Trend – die Wohndesign-Messe in Budapest
03.03.2010 · Budapest
13. Home Trend Wohndesign-Messe in Budapest
Vom 4. bis 7. März findet in der Budapester Kunsthalle am Heldenplatz die 13. Home Trend & Design Exhibition statt, die führende Fachausstellung und -messe für Wohndesign und Innenausstattung in Ungarn. Eine spezielle “madeinhungary”-Abteilung wird das kreative Potential junger Designer und Einrichter des Landes besonders beleuchten, dazwischen besucht man die Stände etablierter nationaler und internationaler Produzenten und Händler. Am Abend bietet die Messe Modenschauen, Live-Musik und Filmvorführungen. Die vier Tage der Messe werden thematisch gestaffelt: 4 Tage – 4 Trends, heißt das Motto. Eine internationale Trendagentur half den Veranstaltern beim Konzept und machte MANGA – GRANNY – SHOWTIME und FILM NOIR als die Trendthemen aus, die besondere Beachtung finden werden.
Die Messe ist vom 4. bis 7. März in der Kunsthalle (Mücsarnok) am Heldenplatz in Budapest, geöffnet von 10 bis 19 Uhr, am Samstag bis Mitternacht. Eintritt: 1.800 Forint für das Tagesticket, 4.500 für ein Dauerticket. Weitere Informationen
Zahl der Kreditkarten in Ungarn ging merklich zurück – Lottogesellschaft will nur noch Bargeld sehen
04.03.2010 · Wirtschaft
Zahl der Kreditkarten in Ungarn rückläufig – Lottogesellschaft nimmt nur noch Bargeld
Die Zahl der aktiven Kreditkarten hat sich Ungarn im Krisenjahr um beachtliche 13,2% verringert. Ende 2009 waren nur noch 1,51 Mio Kreditkarten freigeschaltet und in Verwendung, während es Ende 2008 noch 1,74 Mio. waren. Lottogesellschaft Szerencsejáték nimmt nur noch Bargeld
Gleichzeitig stieg aber die Anzahl von Transaktionen mit Bankkarten (auch EC- bzw. Bankomatkarte) um 11,5% auf 185 Millionen Einzelbuchungen, der Gesamtwert betrug 1.436 Milliarden Forint (5,4 Mrd. EUR) und damit knapp 4% mehr als 2008. Das meldet die Ungarische Nationalbank in einer Aussendung. Keine Bankkarten mehr akzeptieren wird das staatliche Lottounternehmen Szerencsejáték. Seit 1. März gibt es Lottoscheine und andere Glücksspiele in den 77 unternehmenseigenen Kollekturen nur noch gegen Bares. Das System und die Gebühren waren der Lottogesellschaft einfach zu teuer, hieß es von dort. Andere Kioske (Trafiken) entscheiden jedoch selbst, ob sie Kartenzahlung akzeptieren oder nicht.
Vor einiger Zeit wurde in Ungarn von der Wettbwerbsaufsicht ein langjährig bestehendes Kartell ausgehoben, und Banken sowie einige der namhaftesten Kreditkartenanbieter der illegalen Preisabsprache bei den Kommissionen überführt. Die Bestrafung fiel finanziell relativ milde aus. Die Finanzaufsicht versucht zudem bestimmte Obergrenzen für Transaktionskosten einzuführen, was aber noch vor Gericht ausgefochten wird.
Suzuki Ungarn ruft 39.000 Autos zurück
04.03.2010 · Wirtschaft
Suzuki wird europaweit 39.000 seiner in Ungarn produzierten Suzuki Swift Modelle zurückrufen. Am Mittwoch teilte das Unternehmen mit, dass die Suzuki Swift mit 1,3 und 1,5 Liter Motoren, die von 2007 und 2008 in Esztergom gefertigt wurden, an die Box müssen, weil es ein Problem „mit der Position des Benzinschlauchs“ geben könnte.
In Ungarn selbst, wo Suzuki seit Jahren Marktführer bei den Neuzulassungen ist, müssen 6.230 Fahrzeuge in die Werkstatt. Das japanische Unternehmen will alle betroffenen Fahrzeughalter persönlich mit einem Brief informieren. Die womöglich falsche Anbringung des Benzinschlauchs soll, so Suzukis Eigenauskaunft, einige Fahrzeuge betriebsunfähig gemacht haben, Unfälle, die darauf zurückzuführen sind, soll es aber nicht gegeben haben. In Polen und Deutschland, wo ein ähnlicher Rückruf bereits vor einigen Tagen eingeleitet worden sein soll, hatten Konsumentenschützer und Sachverständige im Auftrag der EU jedoch immerhin eine Feuergefahr ausgemacht, da ein falsch verlegter Benzinschlauch durch unerwünschte Reibung an anderen Teilen undicht werden könne. Die Korrektur des Fehlers soll maximal 30 Minuten dauern.
Die größten Autoherstellers Japans liefern sich derzeit einen regelrechten Wettbewerb in Rückrufaktionen. Nach dem Desaster bei Toyota, mussten kürzlich auch Honda und Nissan technische bzw. bauliche Mängel an ihren Fahrzeugen einräumen.
Balaton Airport startet wieder am 1. April
05.03.2010 · Wirtschaft
Balaton Airport vorerst in trockenen Tüchern, Start am 1. April
Das überwiegend ungarische Immobilien-Unternehmen SDC hat über die Tochter FB Airport eine Betreiberlizenz für den Fly Balaton Airport in Sármellék für zunächst 50 Jahre erhalten, mit der Option auf weitere 50 Jahre. Dafür zahlt das Unternehmen jährlich 6 Mio. Forint (ca. 22.500 EUR) Gebühren sowie eine nicht näher benannte Umsatzbeteiligung an die Gemeinden Sármellék und Zalavár, die Eigentümer von Liegenschaft und Ausstattung sind. Der Flughafen wird am 1. April seinen Betrieb wieder aufnehmen.
Der vorherige Betreiber, Cape Clear Aviation (CCA) ging 2009 nach fünf Jahren bankrott, nach dem Ryanair seine Flüge an den Balaton eingestellt hatte. Immerhin 150.000 Passagiere wurden über den Balaton Airport 2008 abgefertigt, 2009 waren es dann nur noch 15.000. Der neue Betreiber, SDC, will wieder auf das Level von 2008 kommen und plant auch Investitionen, von 500 Mio Ft. (ca. 1,7 Mio EUR) pro Jahr ist die Rede, auch kaufte man für 1 Mrd. Ft. ein angrenzendes Grundstück auf.
SDC betreibt zahlreiche Pensionen und Campingplätze rund um den Balaton, deren Befüllung ist das Hauptmotiv für die Airport-Übernahme. Ob es schon erfolgversprechende Gespräche mit möglichst namhaften Fluglinien gibt, die den Balaton anfliegen wollen, ist noch nicht bekannt, Ryanair kündigte aber an, über eine Rückkehr nachzudenken, wenn das wirtschaftliche Umfeld entsprechend ist.
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