(c) Pester Lloyd / 9 – 2010 KURZMELDUNGEN — gesammelte Meldungen dieser Woche aus dem Archiv.
183 Parteien haben sich zur Wahl registrieren lassen
01.03.2010 · Nachrichten
183 Parteien haben sich zur Wahl in Ungarn registrieren lassen
Mittlerweile haben sich 183 Parteien für die ungarischen Parlamentswahlen im April angemeldet. Allein 55 davon kamen seit den letzten Wahlen hinzu. Doch lediglich die Grünen, LMP („Eine andere Politik ist möglich“) konnten bisher einen wahrnehmbaren Erfolg erzielen als sie bei den Europawahlen im letzten Juni mit 2,6% aufhorchen ließen. Die Neugründungswelle, die derzeit über das Land schwappt ist zahlenmäßig mit der Situation in den frühen 90er Jahren vergleichbar, allerdings dürften sich unter den jetzigen noch mehr Eintagsfliegen und Nischengruppen befinden als damals.
Die derzeit im Parlament vertretenen Parteien jedenfalls, sind alle zwischen 1989 und 1990 registriert worden. Geht alles nach den Umfragen, fliegen die in der Wende maßgeblichen Parteien MDF und SZDSZ raus, die rechtsextreme Jobbik, gegründet 2005 wird mit um die 15% einziehen.
Das Parteiengesetz in Ungarn schreibt die Aufstellung von Kandidaten zur Wahl bindend vor. Wenn eine Partei an zwei Wahlen keinen Kandidaten registrieren lässt, wird sie von Amtswegen als nicht existent aufgelöst. Damit ein erklärter Kandidat auch offiziell zugelassen wird, benötigt er mindestens 750 Utnerstützungserklärungen.
Alles weitere zu den Wahlen in Ungarn 2010
CIG Lebensversicherungen vor Börsengang
01.03.2010 · Wirtschaft
CIG Pannonia Lebensversicherungen vor Börsengang in Budapest
Die erst 2008 gestartete Lebensversicherung CIG Pannónia Life Insurance, zeigt sich sehr zufrieden mit dem Verlauf des zweiten Geschäftsjahres. Man konnte die Umsätze durch Prämieneinahmen aus Lebensversicherungen fast verdreifachen, von 4,2 Mrd. 2008 auf 12 Milliarden Forint 2009 (knapp 45 Milliarden Forint). Damit hat man zwar lediglich einen Marktanteil von 1,5%, dennoch sieht man für sich einen festen Platz auf dem ungarischen Versicherungsmarkt, so Vorstandschef Csaba Gaál gegenüber MTI. Besonders erfolgreich sei man auf dem Markt für Lebensversicherungen für Besserverdienende, was an der durchschnittlichen Prämienleistung von 530.000 Forint (ca. 1.970 EUR) pro Jahr und Vertrag ablesen könne. Für 2009 plant CIG Pannónia den Börsengang an der Budapester Börse. Ein genauer Termin stehe noch nicht fest, man müsse sich an der Marktlage orientieren. Inhaber eines Versicherungsvertrages erhielten dann aber 20% Preisnachlass beim Aktienerwerb. CIG Pannónia startete im Herbst 2009 auch eine Niederlassung in Rumänien.
Fidesz will Neuverhandlung mit IWF
01.03.2010 · Nachrichten
Der vermutlich nächste ungarische Wirtschaftsminister, Mihály Varga vom nationalkonservativen Fidesz, kündigte an, so bald wie möglich die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen mit dem größten Gläubiger des Landes, dem Internationeln Währungsfonds, neu verhandeln zu wollen. Es habe bereits Gespräche mit dem Währungsfonds und Investoren gegeben, eine Neuverhandlung des Kreditrahmens und der damit verbundenen Auflagen des IWF sei schnell geboten. Der IWF rettete, gemeinsam mit Währungsfonds und EU Ungarn Ende 2008 mit einem Kredit von 20 Milliarden EUR vor dem Staatsbankrott.
Varga wiederholte die offizielle Darstellung des Fidesz, wonach das geplante Haushaltsdefizit für 2010 von 3,8% nicht haltbar sei. Man habe es unterlassen „verschiedene Positionen“ in die Berechnung aufnzunehmen, so dass ein Anschwellen des Defizits auf 7,5% des BIP möglich ist. Darin, so betont der Fidesz-Politiker, sind noch nicht einmal die vom Fidesz vorgesehenen Maßnahmen enthalten, zu denen u.a. eine umfangreiche Steuerreform zählen soll.
Gaspreis als Wahlkampfthema in Ungarn
01.03.2010 · Nachrichten
Die ungarische Regierung wehrt sich gegen Vorwürfe aus der Opposition, sie würde für den April (Wahlmonat) Gas- und Wasserpreiserhöhungen von 10-15% planen. Regierungssprecher Somokos Szollár sagte, dass es für konkrete Zahlen noch viel zu früh sei. Im März würden die maßgeblichen Lieferanten ihre neuen Kakulationen und Preistabellen bei der Energieaufsicht einreichen, die Genehmigung würde Mitte März erfolgen. Seit der „Liberalisierung“ des Gasmarktes, so der Regierungssprecher, habe die Regierung keine Möglichkeit mehr, Preise für Gas zu binden. Diese hängen daher von den globalen Ölpreisen ab (gemeint ist die umstrittene Ölpreiskopplung) sowie vom Wechselkurs zum US-Dollar. Szollár stellte fest, dass die Rohölpreise tenndentiell steigen, womit klar ist, wohin die Reise geht. Die nationalkonservative Partei Fidesz, der ein überwältigender Wahlsieg vorhergesagt wird, hatte hingegen von „Plänen der Regierung zu einer schamlosen Preiserhöhung“ im April gesprochen.
Neuwagenmarkt in Ungarn bleibt am Boden
01.03.2010 · Wirtschaft
Neuwagenmarkt in Ungarn bleibt am Boden
Wenn auch andere Indikatoren auf eine leichte Erholung, zumindest Stagnation der ungarischen Wirtschaft schließen lassen, der Neuwagenmarkt kann damit nicht dienen. Im Februar sank die Zahl der Neuzulassungen nochmals um 56% gegenüber dem Februar 2009, der bereits ein ausgewachsener Krisenmonat war. Für die ersten zwei Monate 2010 lag das Minus insgesamt bei 58%. Das teilt der Verband der Ungarischen Autoimporteure (MGE) mit. Im Februar wurden lediglich 3.034 Neuwagen in Ungarn zugelassen, Jan-Feb waren es gerade 5.820. Der Rückgang fällt gegenüber dem Vorjahr auch deshalb so dramatisch auf, weil die Händler vor einem Jahr noch mit Kampfrabatten etliche Wagen unter die Leute brachten. Im zweiten Halbjahr 2010 erhofft man sich eine ganz leichte Erholung.
Spar Ungarn mit 6% Umsatzplus 2009
01.03.2010 · Wirtschaft
Die Supermarkt-Kette Spar Magyarország kann für 2009 einen um 6% gestiegenen Umsatz gegenüber 2008 vorweisen. Die Einnahmen stiegen auf 397.3 Milliarden Forint, umgerechnet knapp 1,5 Mrd. EUR. Der Chefmanager der Spar-Handelskette in Ungarn, Péter Feiner peilt für 2010 weiteres Umsatzwachstum an sowie eine Erhöhung des Marktanteils von 14 auf 15%. Dazu sollen u.a. 3-5 neue Supermärkte sowie ein neuer Hypermarkt entstehen, womit Spar Ungarn dann auf über 400 Standorte erhöht. Einige Millionen werden auch in die weitere Renovierung der 2008 übernommenen Plus Filialen fließen. 21% der Umsätze stammen übrigens aus sogenannten Hausmarken, knapp 80% aller verkauften Produkte kamen 2009 von ungarischen Lieferanten.
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