(c) Pester Lloyd / 9 – 2012 KURZMELDUNGEN — gesammelte Meldungen dieser Woche aus dem Archiv.
Ungarn bleibt beliebte Filmkulisse. Bruce Willis kommt im Frühjahr
27.02.2012 · Nachrichten
Ungarn bleibt beliebte Filmkulisse – Bruce Willis kommt im Frühjahr Die Wirtschaftszeitung Napi Gazdaság meldete, dass Ungarn auch 2012 einige internationale Filmproduktionen erwarten darf, unter anderem Bruce Willis und Gary Oldman werden drehen. Letztes Jahr wurden in diesem Bereich 98 Millionen Euro umgesetzt, zitierte das Blatt aus einer Meldung des Landesfilmbüros. Einen großen Anteil daran hatte eine Deutsch-kanadische Buchadaption von Ken Foletts „Die Tore der Welt“. Bruce Willis wird im Frühling beginnen den fünften Teil der Stirb Langsam-Reihe in Ungarn zu drehen. Weiterhin soll eine Verfilmung der Arthur- und Lancelot-Saga mit Gary Oldman dieses Jahr produziert werden. Diese Vielzahl an internationalen Produktionen wird insbesondere durch eine Steuervergünstigung von 20% angezogen. Laut Napi Gazdaság sollte die Regierung mit der EU reden damit diese Steuervergünstigung auch noch nach 2013 weiter bestehen kann. PK
Staat kündigt Finanzhilfen für Programmkinos in Ungarn an
27.02.2012 · Nachrichten
Ungarn kündigt Staatshilfen für Programmkinos an Mithilfe des Nationalen Filmfonds, MNF, soll ein finanzielles Rettungspaket für Programm bzw. Kunstkinos in Ungarn geschnürt werden. Damit reagiere man auf die Schließung von 10 solcher Institutionen im ganzen Land in den letzten Monaten. Einzelheiten über die Förderungsmodalitäten wurden jedoch noch nicht bekannt geben. Allein im letzten Jahr sein die Zahl der Kinobesuche in Ungarn insgesamt um 10 Prozent im Vergleich zum Vorjahr gesunken, was einen Einnahmeverlust von 1 Mrd. HUF, also 3,45 Mio. EUR, bedeutet. Nachdem letztes Jahr die Staatliche Stiftung für Filmförderung MMKA aufgrund einer horrenden Verschuldung aufgelöst wurde , trat an dessen Stelle die staatliche gelenkte MNF, die seitdem Filme durch ein „neues System“ fördert. Dabei müssen die Filme unter anderem eine bestimmte „Message“ ausstrahlen, ab einer bestimmten Förderhöhe behält sich die Staatsbehörde das Recht des „Final Cut“ vor. Regierungsbeauftragter und Hollywood-Produzent Vajna sah im Interview mit dem Pester Lloyd darin kein Problem.
Zentralbankchef spendet sein Gehalt für Ungarns Studierende
27.02.2012 · Nachrichten
Zentralbankchef von Ungarn spendet sein Gehalt In einem offenen Brief an das Parlament verkündete der Präsident der ungarischen Nationalbank, András Simor (Foto), dass er sein gesamtes Gehalt, von September 2010 bis zum Ende seiner Amtszeit im März 2013 für „bedürftige“ Studierende der Wirtschaftswissenschaften in Ungarn spenden würde. Damit möchte er seinen Beitrag leisten, den Streit zwischen der ungarischen Regierung und der EU über die Unabhängigkeit der Nationalbank zu beenden, bei dem auch die Neuregelungen zur Gehälterpolitik eine Rolle spielte. Im Januar hatte die Europäische Kommission drei Vertragsverletzungsverfahren gegen Ungarn eingeleitet , weil sie unter anderem die Unabhängigkeit der Zentralbank gefährdet sieht. Ohne die Abwendung dieser, wird sich der IWF nicht bereit zeigen , Verhandlungen über dringend benötigte Kredite fort zuführen.
Arbeitslosenrate in Ungarn wieder über 11%
29.02.2012 · Nachrichten
Die Arbeitslosenrate in Ungar bleibt nahezu unbeweglich. Zwar stieg sie (saisonbedingt) im Schnitt der Monate November bis Januar von 10,7 auf 11,1% (im Vergleich zu Oktober-Dezember), gegenüber dem Vorjahreszeitraum blieb sie jedoch gerade ein Zehntel unter den damals erreichten 11,2%. Ihren Höchststand hatte die Arbeitslosenrate im Zeitraum von Februar bis April 2011 mit 11,7%. Das Statistische Zentralamt KSH teilte außerdem mit, dass man zukünftig nur noch alle drei Monate Arbeitslosenzahlen bekannt geben werde, was man nicht begründen mochte
474.000 Menschen in Ungarn sind als arbeitslos registriert, eine Zahl, die aufgrund statistischer Tricks und zahlreicher „unorthodoxer Maßnahmen“ immer weniger Aussagekraft besitzt. 648.000 als arbeitssuchend Registrierte + jene im Moment ca. 50.000 in kommunalen Beschäftigungsprogramme verbrachte Menschen, kommen der Wirklichkeit schon näher. Die Zahl der sozialversicherungspflichtg Beschäftigten stieg gegenüber dem Vorjahr um rund 40.000, sank gegenüber dem Vormonat jedoch um fast 35.000. Die Beschäftigungsrate in der Gruppe der 15-64jährigen bleibt mit 56% sehr niedrig (3.783.800), stieg gegenüber dem Vorjahr aber leicht um 0,7 Punkte. Die Jugendarbeitslosigkeit (15-24 Jahre) beträgt 27,1%, vor einem Jahr lag sie bei 25,4%.
Debrecen muss Fördermittel an die EU zurückzahlen
29.02.2012 · Nachrichten
Debrecen muss Fördermittel an EU zurückzahlen Debrecen und die vier umliegenden Kommunen Hajdúsámson, Ebes, Mikepércs und Sáránd müssen insgesamt 500 Mio. HUF, umgerechnet 1,72 Mio. EUR, Fördergelder an die EU zurückzahlen. Diese war für eine Abwasseraufbereitungsanlage im Jahr 2003 durch das „Strukturpolitische Instrument zur Vorbereitung auf den Beitritt“ (ISPA) bereitgestellt wurden. Die EU beanstandet unter anderem die falsche Verwendung der Fördermittel in dem Dorf Hajdúsámson sowie die fehlende öffentliche Ausschreibung für das gesamte Projekt durch die Stadt Debrecen. Die Gesamtkosten für die Abwasseraufbereitungsanlage beliefen sich auf 22 Mrd. HUF, rund 262 Mio. EUR und wurden damals zu 58 Prozent durch die EU und zu 32 Prozent durch die ungarische Regierung getragen. Der Eigenanteil an der Finanzierung betrug 10 Prozent. Die Stadt Debrecen möchte die Fördermittel bis Ende März zurückzahlen.
Steuerberater in Ungarn kritiseren Pflichtmitgliedschaft bei Kammer
29.02.2012 · Nachrichten
Steuerberater kritiseren Pflichtmitgliedschaft bei Kammer Die ungarische Vereinigung der Buchhalter und Wirtschaftsprüfer, MKOE, hat der Regierung weitreichende Stümperei bei der Verfassung des neuen Gesetzes über die Pflichtmitgliedschaft aller Unternehmen in der Industrie- und Handelskammer MKIK vorgeworfen. Die Pflichtmitgliedschaft, die es z.B. auch in Österreich gibt, widerspreche dem Versammlungsgesetz und der Versammlungsfreiheit. Hinzu kommt, dass die Kammer bei der Einhebung der Mitlgiedergebühr gegen Datenschutz und Steuerrecht verstößt. Denn, da der Mitgliedsbeitrag keine Steuer ist, dürfe die Kammer weder die Steuernummer, noch die Bankdaten der Mitglieder abfragen. Am schlimmsten aber, die Kammer stellt nicht einmal eine ordentliche Rechnung für die Beiträge aus, was auch die Absetzbarkeit für die Unternehmen unmöglich mache. Fragwürdig sei auch der Umstand, dass das Gesetz zwar die Verpflichtung zur Mitgliedschaft festhält, jedoch keine Bestrafungen für Unternehmen vorsieht, die sich nicht daran halten.
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