Drücken Sie „Enter“, um den Inhalte zu überspringen

Löhne in Ungarn steigen langsam, Billigarbeit als statistisches Schönheitspflaster

(c) Pester Lloyd / 21 – 2014 WIRTSCHAFT 23.05.2014

Billigarbeiter drücken statistischen Durchschnittslohn in Ungarn, Reallohn steigt langsamer Das Statistische Zentralamt ermittelte für die ersten drei Monate einen durchschnittlichen Bruttolohn von 230.000 Forint (758,- EUR) monatlich für die „Gesamtökonomie“, das waren 1,8% mehr als im Vorjahreszeitraum. Verzerrt werden die Angaben jedoch durch zwei wesentliche Faktoren: Betrachtet werden nämlich neben dem öffentlichen Dienst (einschließlich kommunaler Billigarbeiter) und haushaltsfinanzierter Institutionen, nur solche Unternehmen der Privatwirtschaft, die mindestens fünf Vollzeitangestellte beschäftigen, womit rund die Hälfte der Beschäftigten gar nicht erfasst werden.

Die Zahl der Közmunkás, also jener unter dem gesetzlichen Mindestlohn mit Steuermitteln Beschäftigter, lag im ersten Quartal 2014 mit 203.000 um 150.000 höher als vor einem Jahr. Rechnet man diese heraus, beträgt der Bruttoanstieg 6,4% für den gesamten erfassten Bereich. Die Privatwirtschaft wies einen um 16.000 Forint höheren monatlichen Bruttolohn aus als der öffentliche Bereich aus, dort sorgten jedoch Bonuszahlungen, die immer stärker als „Belohnungssystem“ zu Buche schlagen letztlich für ein Plus von über 9%, was mit dem pekunären Wahlkampf zu erklären ist.

Der Reallohnanstieg wird mit 2% angegeben, die Teuerungsrate lag – wegen der gesetzlichen Energiekostensenkungen – gegen Null, entsprechend verlangsamte sich auch die Dynamik bei den Lohnsteigerungen, ein Trend, der sich wegen der annähernden Deflation fortsetzen wird. In der freien Wirtschaft wurden wieder mehr Stellen geschaffen, allerdings weiter auf seit drei Jahren anhaltend niedrigem Niveau.

Ein neues Gesetz legt zudem einen dauerhaften Mindestpool von 200.000 Közmunkás fest, die Regierung kündigte sogar an über dieses Modell die „Vollbeschäftigung“ erreichen zu wollen. Das hat das Paradoxon zur Folge, dass mehr Beschäftigte, den Staat mehr Geld kosten werden, die Arbeitslosen- und Beschäftigungsstatistik aber fabelhaft aussieht. Mehr zu Brutto / Netto / Real

Mehr zum aktuellen Stand der ungarischen Wirtschaft .

Titelseite der aktuellen Pester-Lloyd-Wochenzeitung

Neu · Jeden Freitag als PDF

Der Pester Lloyd als Wochenzeitung – wie früher am Kiosk, nur digital

Ausgabe 10.–16. August 2026, 15 Seiten im großen Zeitungsformat. Darin unter anderem:

• Sziget, Tag drei – Florence, Staub und ein Ermittlungsverfahren• András Baka vereidigt – ein Präsident für den demokratischen Wiederaufbau

Zeitung ansehen – 2,50 €

In eigener Sache – Ihr Kauf unterstützt unabhängigen Journalismus ohne Paywall.

0 0 Bewertungen
Beitragsbewertung
Abonnieren
Benachrichtigen bei
guest
0 Kommentare
Älteste
Neueste Meistbewertet
Inline-Feedbacks
Alle Kommentare anzeigen
© Alle Inhalte Copyright 2026 Pester Lloyd
0
Deine Meinung würde uns sehr interessieren. Bitte kommentiere.x