(c) Pester Lloyd / 43 – 2010 NACHRICHTEN 28.10.2010
MÁV und Rail Cargo Hungária wollen gemeinsam streiken
Mitarbeiter der Ungarischen Staatsbahn MÁV haben ihren Kollegen von der Rail Cargo Hungária (früher MÁV-Cargo, heute eine ÖBB-Tochter) ihre Unterstützung bei bereits angekündigten Streikaktionen zugesagt. István Barna, Chef der Eisenbahnergewerkschaft VDSZSZ, fürchtet, dass durch die geplanten Stellenstreichungen bei der Rail Cargo von bis zu 2.000 Mitarbeitern, wenigstens nochmals 3.000 bis 4.000 Arbeitsplätze bei der MÁV selber gefährdert werden könnten.
Rail Cargo Austria, Tochter der der Österreichischen Staatsbahn ÖBB hatte MáV Cargo 2007/2008 übernommen und sich damit nach Meinung vieler Fachleute einen tiefdefizitären Schrotthaufen eingefahren. Unter neuer Leitung will die ÖBB nun ein rigidies Umstrukturierungsprogramm umsetzen, erste Maßnahmen fanden schon 2009 statt, im März wurden weitere Sanierungsmaßnahmen angekündigt , im September stritt man sich mit der Regierung um niedrigere Streckennutzungsgebühren und benutzte die Arbeitsplätze dabei als Druckmittel.
Vor wenigen Wochen wurden Wohnungen und Büros von Ex-ÖBB-Managern von der österreichischen Staatsanwaltschaft durchsucht, weil es den Verdacht gibt, dass die ÖBB oder einzelne Personen über eine PR-Agentur in Ungarn Schmiergelder in der Größenordnung von 7,5 Mio EUR im Zuge der Privatisierung gezahlt haben könnten. Die Ermittlungen dauern an. Streiks wegen der MÁV Cargo / RCA gab es schon früher öfter, diese legten zum Teil tagelang den Bahnverkehr in Ungarn lahm. Die Arbeiter forderten eine Arbeitsplatzgarantie und eine finanzielle Beteiligung am Privatisierungserlös.
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