(c) Pester Lloyd / 10 – 2011 NACHRICHTEN 08.03.2011
Debatte um früheres Abgangsalter von Schüler in Ungarn
Die ungarischen Sozialisten (MSZP) haben ihre ablehnende Haltung gegenüber den Regierungsplänen bekundet, das Mindestalter für den Schulabgang von 18 auf 15 Jahre herabzusetzen. Nach Angaben der Nachrichtenagentur MTI hat die MSZP am Samstag eine Erklärung vorgelegt, in der sie die Regierung auffordert, das entsprechende Gesetz aus dem letzte Woche angekündigten Haushaltsplan zu entfernen. Die VerfasserInnen der Erklärung sehen im Mangel an hochqualifizierten und flexiblen Arbeitskräften das größte Hindernis für wirtschaftliches Wachstum in Ungarn. Unbeschäftigte verfügten oft nur über sehr niedrige oder nur schwierig vermittelbare Qualifikationen. Das Mindestalter für den Schulabgang zu verringern, würde nur die Zahl der Menschen vergrößern, die auf dem Arbeitsmarkt nicht wettbewerbsfähig sind.
Am meisten würde Ungarns junge Romabevölkerung getroffen, da sie bereits jetzt über die schlechtesten Aussichten auf Qualifikationen verfügen (etwa 60% der mindestens 15-jährigen Roma in Ungarn haben die Schulbildung abgeschlossen, nur etwa 12% eine weiterführende Ausbildung erhalten). Das Vorhaben würde zudem Schulschließungen und die Entlassung von Lehrkräften mit sich bringen. Die MSZP setzt mit dieser Kritik auch ihre aktuelle Kampagne gegen die Reformprojekte der Regierung fort, in deren Rahmen sie versucht, Volksabstimmungen zur Zurücknahme einiger Gesetze zu initiieren .
Die Bildungspolitik der MSZP, als sie noch regierende Partei war, wies auf der anderen Seite selbst erhebliche Mängel auf, gerade die Förderung der Bildungschancen für Roma wurde deutlich vernachlässigt . S.R.
Zum Zustand der Opposition in Ungarn mehr in der INNENPOLITIK
Unser monatlicher Nachrichtenspiegel: die wichtigsten Meldungen aus Ungarn und Mitteleuropa, einmal im Monat per E-Mail. Kostenlos, kein Spam, jederzeit abbestellbar.
Nachrichtenspiegel kostenlos abonnieren




