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Ostöffnung: Ungarn errichtet Handelsvertretungen in Russland, China, Saudi-Arabien und Aserbaidshan

(c) Pester Lloyd / 49 – 2012 NACHRICHTEN 06.12.2012

„Ostöffnung“: Ungarn errichtet neue Handelsvertretung in Aserbaidshan, später auch in Russland, China, Saudi-Arabien Bis Mitte 2013 will die ungarische Regierung als Teil ihrer propagierten „Ostöffnung“ vier „Handelsvertretungen“ in strategisch als bedeutsam eingeschätzten Märkten eröffnen. Die vom Amt des Ministerpräsidenten geleiteten und geführten Einrichtungen sollen in Peking (China), Moskau (Russland) und Rhiad (Saudi-Arabien) stationiert werden.

Orbán im Gespräch mit Aserbaidshans Präsident. Kurz danach wurde Axtmörder Safarov überstellt und dann begnadigt. Alles dazu. Das erste Handelshaus ensteht pikanterweise jedoch in Aserbaidshan, Orbáns Staatssekretär für die Außenbeziehungen, Péter Szijjártó, wird mit einer Delegation bald nach Baku reisen, um es zu eröffnen. Ungarn und Aserbaidshan hatten stets bestritten, dass ihre wirtschaftlichen Annäherungen (Öl, Gas, Staatsanleihen, Investitionen) irgendetwas mit der international für Aufsehen sorgenden Auslieferung des „Axtmörders“ Safarov zu tun hatte. Dass man nun ausgerechnet dort die erste feierliche Eröffnung absolviert, spricht Bände über das diplomatische Feingefühl der Ungarn gegenüber Armenien. Immerhin ging die Taktik natürlich auf, international ist Gras darüber gewachsen, niemand interessiert sich mehr für den blutigen Deal von gestern, innenpolitisch ist Orbán ohnehin unangreifbar. Noch.

Die Errichtung der Handelshäuser schafft eine Art Parallestruktur, denn die Botschaften verfügen bereits über Handelsattaches. Dass sie aus dem Hause Orbán (und nicht vom Außenamt oder dem Wirtschaftsministerium) geleitet werden, ist ein weiterer Beleg der Machtkonzentration, einschl. netter Pöstchen für verdiente Kader. An der Effizienz solcher Vertretungen gab und gibt es ziemlich grundsätzliche Zweifel, nicht ohne Grund wurde die vorherige, aufgeblasene und weitgehend wirkungslose Handels- und Investförderagentur ITD Hungary von der Orbán-Regierung aufgelöst, der Mittelmissbrauch festgestellt. Allerdings gibt es eine neue Struktur beim Wirtschaftsministerium angegliedert, die den Export fördern und ausländische Investoren anlocken soll. Zum Thema:

Geschäfte mit den Prügelscheichs (darin alle weiteren Links zur “Ostöffnung”)

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