(c) Pester Lloyd / 39 – 2013 NACHRICHTEN 23.09.2013
Der ungarische Staatspräsident, János Áder, Fidesz, traf am Freitag den Regenten des Vatikanstaates, Oberhaupt der römisch-katholischen Kirche sowie selbsternannten Stellvertreter Gottes auf Erden und Nachfolger des Apostel Petrus, Papst Franziskus I. zu einer Privataudienz.
Als Geschenk hatte Áder eine Flasche Quellwassers vom Wallfahrtsort Mátraverebély mitgebracht, was den Papst offenbar dazu veranlasste, seinen Gast hinsichtlich der Versorgungssicherheit beim Trinkwasser „ins Gebet“ zu nehmen, einschließlich „damit zusammenhängender sozialer, wirtschaftlicher und politischer Effekte“, wie es in der präsidialen Aussendung heißt. Ungarn hat großflächig Probleme mit arsenbelastetem Wasser und musste – auf EU- und UN-Druck – kurzzeitig sogar die Armee einsetzen, um seinen Menschen ausreichend Zugang zu sauberem Wasser zu ermöglichen. Im Hochsommer drosselte ein Fidesz-Politiker die Brunnen in einer von Roma bewohnten Siedlung fast gegen Null, um „Verschwendung“ zu verhindern. Internationale Proteste veranlassten den Innenminister nach Tagen, den Funktionär zurückzurufen. Ob der Papst, dem man ein Herz und Gewissen für Schwächere nachsagt – diese Themen konkret angesprochen hat, ist natürlich nicht überliefert, es handelte sich um eine Kurzaudienz, so der Vatikan. Der Papst kündigte für 2016 einen Besuch in Ungarn an, Anlass ist der 1.700. Geburtstag des Heiligen Martin (Martinsgans, Mantel teilen), der als Bischof im französischen Tours zu Berümtheit gelangte, aber in Savaria, dem heutigen Szombathely, in der damaligen römischen Provinz Pannonien geboren wurde und daher natürlich Ungar ist.
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