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Regierungs-Kanzler übernehmen flächendeckend die totale Kontrolle über Hochschulen in Ungarn / Semmelweis-Uni verliert Sportfakultät

(c) Pester Lloyd / 25 – 2014 NACHRICHTEN 18.06.2014

Das bereits weit gediehene, jedoch überwiegend auf wackeligen Dekreten fußende „Kanzlersystem“ für das ungarische Hochschulwesen wird nun in Gesetzesform gegossen, vervollständigt und flächendeckend eingeführt. Dies bedeutet, dass ab September vom Superministerium Balog entsandte Kanzler an allen Hochschulen des Landes die volle Finanz- und Personalhoheit erhalten, auch ohne jedwede Zustimmung der eigentlichen Uni- bzw. Hochschulleitung.

Zusätzlich zur „Aufsicht über das Finanzmanagement und den Betrieb“ bekommen die Kanzler auch ein „Vetorecht gegen Entscheidungen, die ein Risiko für die Finanzen der Institution bedeuten können.“ sagte Balog, übersetzt: absolute Macht. Der Senat, eigentlicher Exekutor der nun beerdigten Hochschulautonomie, darf in Zukunft weiter den Rektor wählen, „der vom Minister vorgeschlagen und vom Präsidenten des Landes bestätigt“ wird. Damit werde man eine „angemessene Balance zwischen universitärer Autonomie (vulgo: Freiheit der Lehre, Anm.) und einem effizienten Betrieb“ herstellen.

Am Rande erläuterte Balog, dass das weltbekannte Petö-Institut, das bereits unter Staatsaufsicht gezwungen wurde, staatlich bleiben soll (Devisenquelle, Vermittlungsprovisionen) und die Fakultät für Körpererziehung und Sportwissenschaften aus der Semmelweis Universität herausgelöst werden wird. Es ist noch offen, ob die Fakultät Teil einer neuen Sport-Eliten-Einrichtung oder der Universität für den öffentlichen Dienst zugeteilt wird. An der Fakultät verbrach Ex-Präsident Schmitt „seine“ Doktorarbeit. Die Übernahme ist eine Racheaktion dieses nach wie vor einflussreichen Betrügers, der z.B. gerade bei der Eröffnung des Orbánschen Fußballtempels in Felcsút die Festrede halten durfte. red.

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