Drücken Sie „Enter“, um den Inhalte zu überspringen

Rumänien und Slowakei: „Feinde Europas“

(c) Pester Lloyd / 22 – 2009 POLITIK 27.05.2009

Präsident empfing demonstrativ Auslandsungarn

Tökes: Rumänien und Slowakei – „Feinde Europas“

Am Dienstag traf Ungarns Präsident László Sólyom zwei führende Parlamentsabgeordnete aus Rumänien und der Slowakei, die die jeweilige ungarische Minderheit ihrer Länder repräsentieren. Edit Bauer führt die Europawahlliste der Partei Ungarische Koalition in der Slowakei an, László Tökes jene der Demokratischen Vereinigung der Ungarn in Rumänien (RMDSZ). Dabei kamen auch und vor allem die neuerlichen Spannungen zwischen dem ungarischen Mutterland und den Nachbarn zur Sprache, wobei die Standpunkte und deren mediale Verbreitung nichts weiter als Wahlkampfhilfe für die Ungarnparteien beider Länder darstellten. Die Irritation der Slowakei und die heftige Reaktion von Premier Robert Fico auf eine Fidesz-Wahlkampfsause in Esztergom ( siehe unseren Beitrag ) wurde von Frau Bauer mit den Worten kommentiert, dass es doch „völlig natürlich“ sei, dass „verbundene“ Parteien sich im Europawahlkampf helfen. László Tökes, der sich schon zuvor über die „ethnischen Säuberungen“ in Rumänien beklagt hatte ( siehe unseren Beitrag ), wurde noch deutlicher. Für ihn „zeigt die derzeitige Politik von zwei Ländern der Europäischen Union, namentlich, Rumänien und Slowakei, dass sie Feinde Europas sind.“, zitierte ihn MTI. Er fügte hinzu, der Präsident habe ihm versichert, sich jederzeit für die Belange der ethnischen Ungarn jenseits der Grenzen einzusetzen, wann immer ihre Rechte verletzt werden.

Derweil spricht das Fidesz von einem „feindseligen Missverständnis“ seitens des slowakischen Premiers Robert Fico, wenn er glaubt, Äußerungen auf einer Wahlkampfveranstaltung stellten die territoriale Integrität seines Landes in Frage. Orbán hatte auf der Grenzbrücke von Esztergom davon gesprochen, dass ein ganzes Land und Volk vereint die sozialistische Periode überwinden werde und die Europawahlen entscheiden würden, wieviele Abgeordnete die Ungarn des Karpatenbeckens vertreten. Fico wolle mit seiner Konstruktion nur künstlich Spannungen in den Beziehungen beider Länder schaffen. Fico meinte u.a., dass es absurd sei, das Karpatenbecken als eine Art von Staat zu definieren. Genau das hätten Fidesz und die Slowakenungarn aber getan, in dem sie eine imaginäre terrotoriale Einheit vorgaukelten.

Titelseite der aktuellen Pester-Lloyd-Wochenzeitung

Neu · Jeden Freitag als PDF

Der Pester Lloyd als Wochenzeitung – wie früher am Kiosk, nur digital

Ausgabe 10.–16. August 2026, 15 Seiten im großen Zeitungsformat. Darin unter anderem:

• Sziget, Tag drei – Florence, Staub und ein Ermittlungsverfahren• András Baka vereidigt – ein Präsident für den demokratischen Wiederaufbau

Zeitung ansehen – 2,50 €

In eigener Sache – Ihr Kauf unterstützt unabhängigen Journalismus ohne Paywall.

0 0 Bewertungen
Beitragsbewertung
Abonnieren
Benachrichtigen bei
guest
0 Kommentare
Älteste
Neueste Meistbewertet
Inline-Feedbacks
Alle Kommentare anzeigen
© Alle Inhalte Copyright 2026 Pester Lloyd
0
Deine Meinung würde uns sehr interessieren. Bitte kommentiere.x