(c) Pester Lloyd / 08 – 2012 NACHRICHTEN 19.02.2012
"Csak a szél" – "Just the Wind", der Wettbewerbsbeitrag des ungarischen Regisseurs Bence Fliegauf, hat bei der Berlinale den "Großen Preis der Jury" und damit einen Silbernen Bären gewonnen. Bereits zuvor wurde der Film auch mit dem Peace Film Award von Amnesty International geehrt. Die Jury der Berlinale würdigte mit dem Großen Preis der Jury die filmische und künstlerische Umsetzung des so sensiblen wie komplexen Themas der Lebensumstände der Roma in Ungarn und ihrer wachsenden rassistischen Ausgrenzung. Fliegauf gilt seit einigen Jahren als große Hoffnung der ungarischen Filmszene, seine Bildsprache ist so klar wie poetisch, mit leisen Tönen und dokumentarisch anmutender Fiktion nähert er sich den Betroffenen wie den Tätern und kann durch Andeutungen oft mehr transportieren als die Agitatoren der politischen Szenerie
Während über die künstlerischen und inhaltlichen Leistungen des Films weitgehend Einigkeit herrscht, wurde die Präsentation des Werks durch mehrfache politische Instrumentalisierung seitens der ungarischen Regierung getrübt. Sowohl die neu zentralisierte staatliche Filmförderung als auch ein Ministerium, das mit der Romaproblematik befasst ist, haben den Film finanziell gefördert und nutzten das Festival, um ihre umstrittene Politik in günstigem Licht darzustellen. Ein sehr interessantes Interview mit “DIE WELT” belegt auch, dass sich Fliegauf von der Politik seines Heimatlandes nicht hat “kaufen” lassen. Womöglich war das dann auch seine letzte Förderung… http://www.welt.de/print/die_welt/kultur/article13876981/Vielleicht-muss-ich-auswandern.html
Die Weißwäscher von der Donau – Zur erwähnten Diskussionrunde in der ung. Botschaft (Tagesspiegel)
http://www.tagesspiegel.de/kultur/ungarn-im-kino-die-weisswaescher-von-der-donau/6225216.html
Seltsame Flugblattaktion des Staatssekretariats für soziale Integration auf der Berlinale (Pusztaranger)
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