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„The Science of Imagination“ im Ludwig-Museum Budapest

(c) Pester Lloyd / 21 – 2010 KULTUR 28.05.2010

„The Science of Imagination“ im Ludwig-Museum Budapest

Der Kalte Krieg lebt weiter, zumindest in der Kunst: Das Ludwig-Museum für Moderne Kunst zeigt noch bis zum 27. Juni eine Sammlung zeitgenössischer Werke, die sich durch die Ängste, Hoffnungen und Phantasmen der Zeit zwischen 1945 und 1989 haben inspirieren lassen.

„Science Fiction“ hat für die meisten nur die Bedeutung von simplen Groschenroman-Erzählungen oder billigen 60er-Jahre B-Movies. Hinter diesem Begriff steckt aber noch viel mehr, nämlich die Denkmuster einer ganzen Epoche. Die Atmosphäre des Kalten Kriegs, mit seiner Fixiertheit auf immer komplexere Technologien, vermeintlich präziser wissenschaftlicher Erkenntnisse und seiner politischen Ungewissheit, spiegelte sich nicht nur in Groschenromanen und Comicheften wieder. Vielmehr hatte sie Einfluss auf die gesamte europäische und nordamerikanische Kultur.

Die Motive des Kalten Krieges inspirieren Künstler bis heute

Die Ausstellung Science of Imagination im Ludwig-Museum will zeigen, wie sich diese Einflüsse bis in die Kunstproduktion der heutigen Zeit bewahrt hat; ausgestellt werden vorrangig Videos, Zeichnungen und Installationen internationaler Künstler der letzten zehn Jahre. Atomares Wettrüsten, Weltraumflug, Revolution in der Informationstechnologie und Städte der Zukunft sind nur einige der Motive, die die Zeit der bipolaren Weltordnung zu einer Zeit sowohl der gesellschaftlichen Utopie als auch der apokalyptischen Visionen gemacht hat. Sie alle spiegeln sich in den ausgestellten Werken wider.

Die Bedrohung einer immer ungewisseren „Realität“ In der Ausstellung wird klar: was die Menschen damals beschäftigte, ist noch heute aktuell. In einer Welt, in der technologische und politische Entwicklungen immer komplexer und undurchsichtiger werden und die Medien verstärkt selektierend und interpretierend in die Wahrnehmung des Menschen eingreifen, wird der einstige psychologische Anker „Realität“ zu einem ungewissen oder gar bedrohlichen Fragezeichen. Diese Entwicklungen, die damals begannen, bestehen bis heute fort und haben sich sogar verschärft. Die Werke dieser Ausstellung sollten daher nicht nur eingefleischte Science-Fiction-Fans interessieren, sondern uns alle.

Christian Pasche

The Science of Imagination (bis 27. Juni 2010) Eintritt: 900 HUF

Ludwig-Museum für Moderne Kunst, Budapest 1095 Budapest, Komor Marcell utca 1. Öffnungszeiten: Dienstag bis Sonntag 10-18 Uhr; Montags geschlossen www.ludwigmuseum.hu Für eine genauere Besprechung der ausgestellten Werke und Künstler: http://www.e-flux.com/shows/view/8044 (englisch)

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