(c) Pester Lloyd / 19 – 2013 NACHRICHTEN 09.05.2013
2012 zogen 54.827 ungarische Bürger nach Deutschland, meldete das deutsche Statistische Bundesamt am Dienstag, das waren 31% bzw. 13.000 mehr als 2011, während der Gesamtzuwachs bei allen Einwanderern rund 13% betrug. Ungarn ist damit in absoluten Zahlen auf Rang 4 der Herkunftsländer, hinter Polen, Rumänien und Bulgarien, relativ auf Rang 2. Zusammen mit den Rückkehrern ergibt sich eine Nettoauswanderung von Ungarn nach Deutschland von 26.000 bzw. 0,25% der Gesamtbevölkerung, um die Hälfte mehr als vor einem Jahr
Das ungarische Wirtschaftsministerium gibt offiziel rund 300.000 Wirtschaftsflüchtlinge (Neusprech: junge, wissbegierige Ungarn, die ein paar Jahre im Ausland Erfahrungen zu sammeln, um sie dann nutzbringend für die Nation in der Heimat einsetzen zu können) seit Antritt der Orbán-Regierung 2010 zu, Ex-Wirtschaftsminister Matolcsy, jetzt Zentralbankchef, verquatschte sich einmal und nannte 400.000, die Opposition spricht bereits von einer halben Million Menschen, mithin 5% der Gesamtbevölkerung. Die meisten suchen einfach besser bezahlte Jobs, zuletzt gingen immer mehr Abiturienten, weil sie dem de-facto-„Bleibezwang“ für Studenten nach ihrem Studium, lieber gleich an Hochschulen im Ausland starten. Neben Deutschland sind, Großbritannien und Österreich die Hauptziele.
Insgesamt wanderten im Vorjahr brutto über 1 Million Menschen nach Deutschland ein, vor allem auch die Zuwanderungszahlen aus den Krisenländern Südeuropas stiegen an, konnten aber die Zahlen aus Osteuropa nicht überbieten. 2012 wanderten jedoch auch 28.600 deutsche Bürger nach Ungarn aus, fast 10.000 mehr als im Jahr zuvor, darunter vor allem Rentner, die mit ihrer deutschen Rente – auch wegen des schwächelnden Forints – am Balaton oder der Theiß ein besseres Auskommen finden als am Rhein oder am Tegernsee. Durch die gleichzeitige Abwanderung und die natürlichen Verluste, bleibt die Zahl der Deutschen in Ungarn jedoch seit Jahren ungefähr gleich. red.
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