(c) Pester Lloyd / 23 – 2013 NACHRICHTEN 04.06.2013
Der lange Arm Chinas reicht mittlerweile auch nach Ungarn, zumal das Land sich servil um Milliarden aus dem "Reich der Mitte" bemüht. Am Wochenende wurde der "Weltkongress der Uiguren" (Sitz in München), der die politische Vertretung der rund 8 Mio. Menschen umfassenden Minderheit auf dem Gebiet Chinas sowie in fünf anderen Ländern der Region beansprucht, in Budapest von den ungarischen Behörden abrupt beendet und die Angehörigen der in China brutal unterdrückten Minderheit in ihre EU-Gast- bzw. Heimatländer abgeschoben, so u.a. nach Deutschland, weil sie "ein Sicherheitsrisiko" darstellten. Als weiterer Vorwand wurden von den Polizei- und Antiterrorkräften Sicherheitsbedenken und die "öffentliche Ordnung" angeführt, man fürchte Anschläge und habe eine Bombendrohung erhalten, so die knappe Begründung seitens der Polizei in Budapest
Dass der Kongress in Budapest stattfand, hat einen Grund, die Uiguren, die „Ost-Turekstan“ als ihre Heimat beanspruchen und dies – zumindest seitens ihrer “Vertretung” im Ausland häufig mit islamischem Nationalismus untermauern, werden u.a. von den Rechtsextremisten Ungarns umworben und als Teil jener Völker gesehen, mit denen die Magyaren verwandt sind, auf diese Wurzeln will man sich wieder besinnen und eine Art neue Koalition der wahren Reitervölker beleben. Den Freiheitskampf der Uiguren nutzen die ungarischen Rechtsextremen, um Parallelen zu den von Rumänien, Slowakei etc. „besetzten“ Vor-Trianon-Gebieten zu ziehen und Ungarn als “Palästina Europas” darzustellen. Mehr dazu hier bei Pusztaranger .
Sprecher der nach Deutschland abgeschobenen Uiguren-Vertreter, deren Mandat mehr als zweifelhaft ist, sprachen von der „dunklen Hand Chinas“, die in Budapest zugegriffen habe, Peking habe offenbar „Falschinformationen“ an die ungarischen Behörden gegeben. Das Problem: die Betroffenen sind z.T. deutsche Staatsbürger, ihre Ausweisung aus einem EU-Land müsste diplomatische und rechtliche Folgen haben, die deutsche Botschaft in Budapest müsste intervenieren und einen Grundrechtsverstoß (Freizügigkeit) nach Brüssel melden. Andererseits könnte bzw. müsste Ungarn den „Terrorismusverdacht“ gegenüber Deutschland belegen, das dann selbst präventiv bzw. strafrechtlich und / oder polizeilich aktiv werden müsste. red.
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