(c) Pester Lloyd / 10 – 2013 NACHRICHTEN 07.03.2013
Die ungarische Bankenvereinigung hatte den neu installierten Ombudsmann für Kreditfragen kurzfristig von Gesprächen über Hilfsmaßnahmen für Forex-Kreditschuldner ausgeladen, weil sie ihn für „nicht ausreichend vorbereitet“ hielt. Nun meldete sich die Finanzaufsicht PSZÁF mit konkreten Plänen, die angesichts zigtausender drohender Zwangsversteigerungen und „Delogierungen“ zur Umsetzung drängen. PSZÁF-Chef Károly Szász hat seinen Drei-Punkte-Plan demnach dem Nationalwirtschaftsminister vorgelegt.
Darin würde festgeschrieben, dass der bevorzugte Wechselkurs beim Umtausch von Forex-Krediten für Wohneigentum (bis zu einer bestimmten Größe und einem begrenzeten Wert) in Forint-Kredite weiter möglich sein wird. Das entsprechende Programm lief vor Monaten aus und wird damit wieder aufgenommen. Die Hälfte der daraus entstehenden Kosten können die Banken von der Sondersteuer abschreiben, ein Teil der Differenz wird den Schuldnern jedoch über eine Laufzeitverlängerung an ihren Kredit angehängt, was, zusammen mit den unsteten und hohen Forintzinsen für viele Betroffene das Modell unattraktiv macht.
Schuldner erhalten zwei Optionen, den reinen Umtausch des Kredites zum aktuellen Kurs mit verlängerter Laufzeit oder ein Sofort-Exit binnen der nächsten 60 Monate zu einem bevorzugten Kurs. Voraussetzung für letztere Version ist die Verfügbarkeit von Barmitteln, weshalb sie für die Ärmsten gar nicht in Frage kommt. Weitere Überlegungen betreffen die Ausdehung des Modells auf alle Forex-Schuldner und auch die mehrfache Teilnahme am Programm, die bisher ausgeschlossen war.
Betroffenenverbände kritisieren, dass das Modell an den Bedürfnissen der meisten vorbeigeht, die geforderten Zinsen seien viel zu hoch, die verlängerten Laufzeiten böten keine Perspektive. Einige fordern einen Schuldenschnitt sowie eine Ausweitung der bisher nur dürftigen Übernahme von gefährdeten Immobilien durch den Staat und die Rückvermietung an den Ex-Eigentümer zu Sozialmieten. Vor dem Umtauschmodell gab es auch ein bevorzugtes Ablösemodell, das jedoch nur bestimmten Schichten weiterhalf. (Plünderung als Gesellschaftsmodell: Was steckte wirklich hinter der Forex-Kreditablöse in Ungarn?)
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