Drücken Sie „Enter“, um den Inhalte zu überspringen

Ungarn legt sich auf Atomkraft fest

(c) Pester Lloyd / 03 – 2011 WIRTSCHAFT 18.01.2011

Pál Kovács, zuständiger Staatssekretär für Energiefragen, ließ bei einem Redebeitrag anlässlich einer Konferenz an der Ungarischen Akademie der Wissenschaften keine Zweifel mehr an der energiepolitischen Ausrichtung der Fidesz-Regierung: „Ungarn verfügt über keine Alternative zur Ausweitung seiner Atomkraftkapazitäten“. Bis 2030 sollen in Ungarns einzigem Atomkraftwerk in Paks (Foto), zwei weitere Kraftwerksblöcke entstehen, die die Kapazitäten der bis dahin beendeten Laufzeiten der ersten Blöcke übernehmen werden. Seit den 1980er Jahren läuft das Kraftwerk russischer Bauart in Paks, die alten Blöcke müssten zwischen 2030 und 2040 abgeschaltet werden. Mit der Aufrüstung werden ukrainische und russische Firmen beauftragt. Ungarn deckt rund 40% seines Strombedarfs aus diesem einen Kraftwerk. Kovács berfürwortete zwar eine „Abkehr von fossilen Energieträgern“, „um zu hohe Strompreise zu verhindern und Klimaschutzziele einzuhalten.“, doch erneuerbare Energien hätten zu geringe „Produktionskapazitäten“, daher seien sie keine wirkliche Alternative in der Energiestrategie des Landes.

Das Land hatte seine Strategie für Erneuerbare Energien bereits mit Verspätung bei der EU eingereicht. Während Experten dem Land im Bereich Solar und Wind, vor allem aber Erdwärme und Thermalenergie riesiges Potential bescheinigen, tut sich bei der Vereinfachung von Genehmigung oder der Entwicklung der Frödermittel so gut wie nichts. Im Gegenteil, die großen Stromversorger haben jetzt schon Probleme das vernachlässigte Stromnetz zu warten, einen schwankungsintensiven Anstieg der Kapazitäten über erneuerbare Energiequellen würde es derzeit wohl gar nicht verkraften.

Zum Thema:

Wind auf die Mühlen! – November 2010

In der ungarischen Energiepolitik besteht dringender Handlungsbedarf

Fehlender Wille – Juli 2010

Die EU wartet auf die Pläne Ungarns zu Erneuerbaren Energien http://www.pesterlloyd.net/2010_30/30erneuerbareEU/30erneuerbareeu.html

Sonnenenergie im Schatten – Juni 2010

Fehlender Wille und Bürokratie sind in Ungarn die größten Feinde der Solarenergie

Titelseite der aktuellen Pester-Lloyd-Wochenzeitung

Neu · Jeden Freitag als PDF

Der Pester Lloyd als Wochenzeitung – wie früher am Kiosk, nur digital

Ausgabe 10.–16. August 2026, 15 Seiten im großen Zeitungsformat. Darin unter anderem:

• Sziget, Tag drei – Florence, Staub und ein Ermittlungsverfahren• András Baka vereidigt – ein Präsident für den demokratischen Wiederaufbau

Zeitung ansehen – 2,50 €

In eigener Sache – Ihr Kauf unterstützt unabhängigen Journalismus ohne Paywall.

0 0 Bewertungen
Beitragsbewertung
Abonnieren
Benachrichtigen bei
guest
0 Kommentare
Älteste
Neueste Meistbewertet
Inline-Feedbacks
Alle Kommentare anzeigen
© Alle Inhalte Copyright 2026 Pester Lloyd
0
Deine Meinung würde uns sehr interessieren. Bitte kommentiere.x