(c) Pester Lloyd / 13 – 2015 NACHRICHTEN 26.03.2015
Ungarn meldet mindestens tausend Tote mehr durch Grippewelle
Natürliche Bevölkerungsentwicklung in Ungarn, oben: Todesfälle, unten Geburten. Es wird sowohl die “Orbán-Delle” bei den Geburten erkennbar, als auch die Grippespitzen. Quelle: KSH Seit Jahrzehnten ist die Zahl der Todesfälle in Ungarn geringer höher als die Zahl der Geburten, die „natürliche Bevölkerungsentwicklung“ somit negativ. Dass die Zahl der Gesamtbevölkerung mittlerweile unter 9,8 Mio. Einwohnern liegt, hängt aber vor allem mit der massenhaften Abwanderung von Arbeitssuchenden nach Westeuropa zusammen, hat also sozio-ökonomische und politische Gründe.
Das statistische Zentralamt in Budapest (KSH) musste für Januar traurige Zahlen melden, der Trend beschleungite sich. Während die Geburten gegenüber dem Vorjahresmonat um 5% zulegen konnten (allerdings von einem Allzeittief kommend), stieg die Zahl der Sterbefälle in diesem Wintermonat um 13% gegenüber dem Januar 2014. 7.955 Lebendgeburten standen 12.570 Todesfälle gegenüber, die Differenz daraus war mit 4.615 um 1.078 höher als vor einem Jahr, was, laut KSH „üblicherweise der Grippewelle zuzuschreiben“ sei, ein Effekt, der allerdings weder ein ungarisches, noch ein osteuropäische Spezifikum darstellt und jedes Jahr auftritt. Reißt die Zahl – gegenüber dem Vorjahresmonat – so aus wie in diesem Jahr, handelt es sich um die Opfer einer besonders schweren Epidemie. red.
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