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Ungarn wirft Neuseeland mangelnde Kameradschaft vor

(c) Pester Lloyd / 34 – 2012 NACHRICHTEN 25.08.2012

Der Disput mit Neuseeland über die Rolle der Ungarischen Einsatzkräfte in Afghanistan im Zusammenhang mit dem Tod zweier dort stationierter Soldaten aus Neuseeland setzt sich fort. Nachdem der neuseeländische Premier den Ungarn eine Mitschuld an den Opfern gegeben hatte, schoss sich auch die dortige Presse auf die "feigen Ungarn" ein, deren "Verweigerung" bei Nachtpatrouillen die Sicherheitslage in der Region Baghlan verschlechtert haben soll. Ungarn argumentierte stets, dass das ungarische Provinz-Aufbau-Team PRT von vornherein niemals mit Kampfauftrag ins Land gekommen sei und seine Aufgaben voll erfülle

Dieser Tage wandte sich der ungarische Verteidigungsminister, Csaba Hende, über seinen Sprecher nochmals an die neuseeländische Öffentlichkeit, um auf die „Presseberichte der letzten Tage und Wochen“ zu reagieren. In einem offenen Brief teilt er, mit Bitte um vollständige Veröffentlichung, die Trauer um die Gefallenen und Verletzten und merkte an, dass auch ungarischen Soldaten dieses Schicksal in den letzten Jahren widerfuhr.

Hende widersprach dem Vorwurf der Inaktivität, aus dem Camp Pannonia seien seit März rund 700 Bewegungen gestartet worden, also „zwischen drei und fünf Patrouillen pro Tag – Tag und Nacht – mit Fahrzeugen und auch zu Fuß.“ Hende wirft der neuseeländischen Seite durch ihr Urteil „mangelnde Kameradschaft unter Verbündeten“ vor. Das „Ausheben von Taliban-Nestern“ sei nie Teil des Auftrages gewesen. Hende beschreibt weiterhin die „vielfältigen Aufbauarbeiten“, die die Ungarn vor Ort leisteten und die umfangreiche Sicherungsmaßnahmen der eigenen Leute einschlössen.

Hende beschrieb, dass die neuseeländische Seite die ungarischen Truppen zwar zu gemeinsamen Militäraktionen in der angrenzenden Region Bamijan angefragt habe, die ungarische Seite dies aber mangels Kapazitäten absagen musste. Man habe weder eine eigene „Task Force Unit“ für den Eigenschutz, noch seien gemeinsame Patrouillen möglich, da „die Distanz zwischen den beiden Truppenteilen einen Tagesfußmarsch ausmache“. Neuseeland habe dies akzeptiert und nie wieder nachgefragt. Ansonsten sei der Informationsaustausch jedoch reibungslos. Die Kritik am ungarischen Afghanistan-Einsatz kam auch schon von amerikanischer Seite. Hier mehr dazu: Die Sonntagssoldaten – 13.08.12 – Neuseeland wirft Ungarn „Feigheit vor dem Feind“ in Afghanistan vor

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