(c) Pester Lloyd / 21 – 2017 NACHRICHTEN& 22.05.2017
nbsp; 24.05.2017 Ungarns Arme finanzieren Stadien: Sport-Budget mehr als verdreifacht, Sozialausgaben halbiert
Der Entwurf zum Haushaltsgesetz 2018, der noch im Juni durchs Parlament gewunken wird, weist insgesamt 237 Milliarden Forint, rund 770 Mio. EUR für Posten aus, die mit dem Sport zu tun haben. 2010, im Jahr des Amtsantritts Orbáns waren es 67 Mrd., die Summe stieg also um 250%.
Der größte Teil dieser Summe fließt jedoch nicht in die Förderung der Sportler, seien es Eliten oder Breitensport, sondern in den Bau sündteuerer Sportanlagen, der meist von Fidesz-Günstlingsfirmen übernommen wird. In diesem Jahr gehen 68 Milliarden Forint, also so viel wie 2010 insgesamt für den Sport, nur in den Ausbau des Puskás-Stadions zum Olympia-Stadion – freilich ohne Olympische Spiele.
Diese für das kleine Land enorme Summe ist aber längst noch nicht alles, was sich die Fidesz-Oberen für ihr Vergnügen und ihr Auskommen auf Steuerzahlerkosten leisten. Neben den direkten Haushaltsmitteln (die zum großen Teil aus EU-Geldern gespeist werden), werden weitere rund 100 Milliarden Forint aus der Körperschaftssteuer direkt für die Förderung „beliebter Sportarten“ umgeleitet, grene auch auf höfliche, aber direkte Aufforderung an die jeweiligen Unternehmen, die den Zusammenhang zwischen ihrer Spende und staatlichen Folgeaufträgen meist schnell erkennen. Das Meiste davon geht in den Fußball, praktisch alle maßgeblichen Erstligavereine sind jeweils in der Hand eines Fidesz-Oligarchen, am prominentesten hier der FC Felcsút, quasi Orbáns Privatbesitz.
Während der Budgetposten Sport also 250% in acht Jahren zulegte, blieben die Ausgaben für die Bildung gleich (werden allerdings anders verteilt, u.a. in die verstaatlichen Pflichtschulen, deren Verwaltung ein Fass ohne Boden darstellt bzw. in die Kaderuni des Öffentlichen Dienstes etc.), was inflationsbereinigt einem Minus von rund einem Fünftel gleichkommt, wobei einige Hochschuleinrichtungen, die nicht ins ideologische Konzept der Orbán-Regierung passen bis zu 50% Einbußen hinnehmen mussten.
Die so viel gepriesenen Familienbeihilfen, derer sich die Regierung rühmt machen im Budget 2018 555 Mrd. Forint aus, 2010 waren es jedoch noch 570 Mrd. Zuwachs hat indes der Verteidigungssektor, der einen Sprung von 562 auf 901 Milliarden Forint machte. Hingegen sanken die Ausgaben für die Sozialhilfe und andere Sozialmaßnahmen um 25%, das Budget für Arbeitslosengeld wurde sogar um vier Fünftel zusammengestrichen. Mehr dazu hier .
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