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UNICEF: Jedes zehnte Kind in Ungarn lebt unterhalb der Armutsgrenze

(c) Pester Lloyd / 22 – 2012 NACHRICHTEN 31.05.2012

Nach einem aktuellen UNICEF-Bericht leben in Ungarn etwas mehr als 10% aller Kinder unterhalb der Armutsgrenze. Die UN-Organisation hatte in einer Studie unter anderem die relative Armut in Gesellschaften Europas, wobei Ungarn mit 10,3% einen Platz im Mittelfeld belegt. Relative Armut bedeutet, dass die Eltern der betroffenen Kinder weniger als 50% des Medians des Netto-Äquivalenzeinkommens zur Verfügung haben. In Ungarn liegt diese Grenze aktuell bei etwa 200 EUR pro Monat. Besonders bedroht von Kinderarmut sind dem Bericht nach Familien, bei denen die Eltern arbeitslos sind oder eine allgemein eine geringe Qualifikation aufweisen, meint Tamas Babel, der zuständige UN-Direktor in Ungarn. Auch Immigranten oder Angehörige von Minderheiten wie Roma sind aufgrund ihrer Benachteiligung auf dem Arbeitsmarkt und im Bildungswesen stärker gefährdet

Neben der relativen Armut ist in der Studie auch ein sogenannter Benachteiligungs-Index ausgewiesen. Hier wurde gemessen, ob Kinder Zugang zu 14 notwendigen Ressourcen des täglichen Lebens haben, unter anderem warme Mahlzeiten, Lernmittel, Internet etc. Für Ungarn ergab sich hierbei, dass nahezu jedes dritte Kind zumindest in zwei Punkten eine Benachteiligung erfährt. Im europäischen Vergleich schneiden lediglich Rumänien und Bulgarien noch schlechter ab als Ungarn.

Erst vor wenigen Tagen hat Amnesty International seine Länderberichte für 2011 veröffentlicht, worin im Falle Ungarns ebenfalls die strukturelle Benachteiligung bestimmter Bevölkerungsgruppen moniert wird. Hingewiesen wird darin unter anderem auch auf die Ausgrenzung von Roma-Kindern innerhalb des Bildungssystems, wodurch den Betroffenen vielfältige Perspektiven, sowie eine aktive gesellschaftliche Teilhabe verwehrt bleiben. Zum Thema:

25.000 Kinder in Ungarn „hungern regelmäßig“ Ein Glas Milch gegen einen Systemfehler: Hungernde Kinder in Ungarn Nationales Entwicklungsministerium: 25% der Ungarn gelten als hungernd

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