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Von der Sucht in die Abhängigkeit: Scientology infiltriert Schulen in Ungarn

(c) Pester Lloyd / 08 – 2015 NACHRICHTEN 19.02.2015

Die Vereinigung ungarischer Bürgerrechtsgruppen, TASZ, warnt in einem aktuellen Report vor der vermehrten "Infiltration" von Schulen und Gemeinden durch Scientology. Die "Kirche", deren Markenzeichen u.a. eine mentalfaschistische Methodik zur Kontrolle und Ausbeutung der Persönlichkeit ist, habe in Ungarn unter den Labels "Drogentherapie" und "Drogenprävention" eine Reihe von Unterorganisationen gegründet, die sich mit pseudowissenschaftlichen Programmen in Schulen, Gemeinden und Sportvereinen anbieten

Dort wird u.a. das bereits weltweit angewandte „Drogenrehabilitationsprogramm“ namens „Narconon“ angeboten, das aus intensiven Saunagängen sowie der Einnahme von Vitaminpräparaten besteht, was medizinisch nicht risikofrei ist. Natürlich fehlen auch die berüchtigten Mentaltests in den verschiedensten Varianten nicht, mit denen Scientology das Selbstbewußtsein der „Probanden“ zu untergraben sucht, um ihnen in teuren Schulungen Geld und eigenen Willen abzunehmen. Eine andere Methode ist das Angebot von sog. „Drogen-Frei-Läufen“ u.a. von Organisationen wie „Drogenfreies Ungarn“, unverfängliche Sportevents, bei denen man mit jungen Leuten, Lehrern, Sportlern, Gemeindevertretern ins Gespräch kommt und so Zugang zu neuem Menschenmaterial findet.

TASZ hat nun in einer offiziellen Anfrage unter dem Informationsfreiheitsgesetz bei der staatlichen Schulbehörde KLIK, die über 3.500 öffentliche, ehemals kommunale Schulen zentral verwaltet, die Offenlegung sämtlicher Vereinbarungen mündlicher oder schriftlicher Art von Schulen mit Organisationen von Scientology gefordert und Informationen darüber verlangt, inwiefern Kontaktaufnahmen seitens dieser Organisationen mit Schülern oder Lehrpersonal dokumentiert werden und ob es entsprechende Sensibilisierungens / Coachings zu diesem Thema seitens KLIK gibt.

KLIK antwortet, dass sich TASZ keine Sorgen machen solle, die Behörde liefere „up-to-date“-Informationen an die Schulen und Schulbezirke „über die Tätigkeit und Methoden der Scientology-Kirche und ihrer Vorfeldorganisationen in Ungarn“. TASZ hält diese Einschätzung für naiv, denn es liegen Berichte vor, wonach die benannten Organisationen bereits eine Reihe „Informationsveranstaltungen“ an verschiedenen Schulen gemacht haben und für die Werbung für ihre Programme sogar staatliche Unterstützung erhalten hätten. Kann nicht sein, erwidert KLIK, denn die Schulen sind gehalten „die Veranstalter vorher zu durchleuchten“.

TASZ nimmt die Sache nun selbst in die Hand und fordert Lehrer und Schüler auf, Veranstaltungen verdächtiger Organisationen im Schulumfeld zu melden, damit man die Aktivitäten öffentlich machen könne. www.tasz.hu red.

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