(c) Pester Lloyd / 49 – 2008 WIRTSCHAFT 06.12.2008
Krisenticker Ungarn : Entlassungen im Stundentakt
Ungarns Industrieproduktion ist nach einem Rückgang von 2,5% im September, im Oktober um weitere 1,9% geschrumpft. Damit ergibt sich ein Jahresminus von 7,2%. Die Zahl registrierter Arbeitsloser ist allein im November um 5% zum Vormonat gestiegen. Die meisten Entlassungen wurden mit ca. 10.000 im hochindustrialisierten Nordwestungarn gemeldet, wo die Betriebe häufig von der Autoindustrie und damit vom Export abhängig sind. Die Zahl der gemeldeten Arbeitslosen liegt in Ungarn jetzt bei 446.000, 6,2% mehr als ein Jahr zuvor. Die Arbeitslosenrate liegt (nach EU-Zählung) bei 7,7%, für nächstes Jahr werden bis zu 10% erwartet.
Entlassungen im Stundentakt
Fast stündlich erreichen die Medien neue Meldung von Massenentlassungen in ungarischen Fabriken. Das Newsportal index.hu verzeichnete bis Mittwoch 12.000 Entlassungen im Industriebereich seit Mitte November. Eine kleine Auswahl: Perlos, ein finnischer Hersteller von Handyschalen, Teil des taiwanesischen Konzerns Lite-On Technology, will im ersten Quartal 2009 insgesamt 500 seiner 1.000 Mitarbeiter in Komárom vor dir Tür setzen und begründet das mit drastischem Nachfragerückgang. 160 Zeitverträge wurden bereits vergangene Woche gelöst. Perlos ist sei 1999 in Ungarn tätig und liefert hauptsächlich an Nokia. Zu seinen besten Zeiten beschäftigte man 2.000 Arbeiter. Ein weiterer Zulieferer, Foxconn wird rund 1.000 Arbeiter ebenfalls in Komárom kündigen sowie weitere 500 seines Debrecener Werkes. Die ungarische Tochter des japanischen Leiterplattenherstellers Ididen hat angekündigt 430 seiner 1.200 Arbeiter entlassen zu müssen. Ibiden ist seit 2004 in Ungarn, Dunavarsány und Budapest, unterwegs und wird neben den Kündigungen auch Lohnkürzungen durchsetzen.
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