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Zweierlei Rassismus: Orbán verdammt Jobbik-Aussage gegen Roma in Ungarn

(c) Pester Lloyd / 10 – 2013 NACHRICHTEN 05.03.2013

Als sich kürzlich unverhohlener Rassismus, gekoppelt mit einem Quasi-Mordaufruf aus den eigenen Reihen an die Öffentlichkeit schob , schwieg Premier Orbán vielsagend, immerhin war der Hassprediger ein Parteigenosse und persönlicher Freund . Melden sich im gleichen Duktus die Vorzeige-Radikalinskis von Jobbik zu Wort, zögert der Regierungschef keinen Moment, die Unholde zu verdammen und als Beispiel für Toleranz voranzugehen

Anlass für die neueste Political-Correctness-Geste war eine Äußerung der Jobbik-Sprecherin Dóra Duró (Foto), die im Parlament wieder einmal über das Thema Bevölkerungsentwicklung“ dozierte, um Werbung für die Jobbik-Variante einer „Geburtenkontrolle“ bei Roma zu machen. Sie „argumentierte“, dass die „Zigeuner ihre Kinder nur als Einkommensquelle sehen und nur Kinder kriegen, um aus ihnen kleine Kriminelle zu züchten“, etc. etc. Bevor wir uns entsetzen: diese Art von „Argumenten“ sind in Ungarn, im Parlament, in den Kommentarspalten der Online-Zeitungen, auf den einschlägigen Webseiten, an den Stammtischen, in der U-Bahn, ja in manchem Vorlesungsaal vollkommen gewöhnlich.

Weniger gewöhnlich war die prompte Reaktion Orbáns, der offenbar ein schlechtes Gewissen aufzuarbeiten hat und das nun an Jobbik fremdkompensiert. Er erwiderte der Stichwortgeberin „empört“ und ohne Mansukript (!) im Parlament: „Was Sie da sagten, ist reiner Rassismus. Ich will nicht sagen, dass es solche Vorkommnisse nicht gibt oder dass es sie nicht auch bei Roma gibt, aber Ihre Aussage hat eine solch unchristliche Attitüde, dass wir sie – als christliche Partei – lassen Sie mich das offen sagen – nicht hinnehmen können.“ Diese gewaltige Erwiderung war dem Staatsfunk MTI eine eigene Aussendung wert… Warum der „Zigeuner sind Tiere, sie haben kein Recht unter uns zu leben, das Problem muss gelöst werden, jetzt und mit jedem Mittel…“-Text seines Freundes Bayer ihn nicht auch zu so einem Ausbruch christlicher Nächstenliebe trieb, dazu hatten weder Orbán noch MTI etwas auszusenden. Offenbar kommt es nicht nur darauf an, was gesagt wird, sondern eben wo es gesagt wird und – vor allem – von wem. red.

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