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(c) Pester Lloyd / 42 - 2009
KULTUR 12.10.2009 _______________________________________________________
Geniegetümmel
Von Boticelli bis Tizian, ab 28. Oktober im Museum der Schönen Künste Budapest
Italien hat sich wieder. Kaum sind
Turner und seine Italienbilder weitergereist, übernehmen die Italiener ihre rechtmäßige Herrschaft in
Budapest wieder. Das Museum der Schönen Künste kann dabei auf einen reichen Fundus im eigenen Hause zurückgreifen, mehr als 1.000 Stücke im
Haus am Heldenplatz stammen von italienischen Meistern, doch die besten Museen der Welt helfen mit...
Daraus immer einmal wieder Spezialausstellungen zu kochen, ist nur recht und vor
allem auch billig. Doch man hat gelernt. Manchmal schlug man nämlich dabei schon über die Strenge, so war man vor ein paar Jahren etwas dreist, in dem
man großformatig mit Da Vinci warb, um es dann aber, nach einer düsteren Peripher- und Epigonenschau bei einer kleinen Studie, einem halben Pferdehintern
kurz vor dem Ausgang, belassen zu müssen. Schwamm drüber, nur im übertragenen Sinne natürlich!!!
Nun also Boticelli und Tizian und all das dazwischen, was "zwei
Jahrhunderte" italienischer Meisterschaft abdecken soll. Zwei Jahrhunderte mit italienischen Meistern, das wird ein Getümmel der Genies, eine Reizüberflutung der allerfeinsten Art. Man will rund 110
Gemälde der italienischen Renaissance heranholen, das meiste davon aus italienischen Leihgaben, aber auch aus dem Louvre, dem Prado und der Nationalgalerie London sowie dem Kunsthistorischen Museum
in Wien werden Werke beigesteuert.
Rund 30 Werke kommen aus eigenem
Bestand. Damit sollen Werk, Umfeld und Schule der zwei großen Neuerer der abendländischen Malerei beleuchtet werden. Eine ähnliche Schau der Landesmeister mit internationaler Beteiligung betrieb man mit
riesigem Erfolg bereits 2006 mit den Spaniern El Greco, Velázquez und Goya, die damals 300.000 Besucher anzog, eine weitere gab 2004 die gegenüberliegende
Kunsthalle mit 400 Jahren französischer Malerei mit ähnlichem Erfolg.
Einer der Höhepunkte der Ausstellung wird ganz sicher die "Dame mit dem
Hermelin", praktisch der jüngeren Schwester der Mona Lisa, bilden. Das Gemälde entstand zwischen 1482 und 1485, also rund 20 Jahre vor der Mona Lisa und zeigt
Cecilia Gallerani, die Frau eines Förderers von da Vinci in Mailand. Um die Leihgabe aus dem Czartoryski Museum im polnischen Krakow möglich zu machen,
wurde das Werk auf 80 Mrd. Forint (ca. 290 Mio EUR) versichert.
28. Oktober 2009 bis Januar 2010
www.szepmuveszeti.hu
In Kooperation mit kultura.hu
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(c) Pester Lloyd
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