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(c) Pester Lloyd / 23 - 2010 AKTUELL 07.06.2010

 

Hochwasser in Ungarn: die Welle kommt nach Budapest

In Nord- und Nordostungarn wurden am Wochenende weitere 2.500 Einwohner aus Gemeinden und Siedlungen evakuiert, die Überflutungen sind in manchen Gegenden regelrecht flächendeckend. Auch die Donau bei Budapest hat mittlerweile einen besorgniserregenden Pegel erreicht.

Foto: Edelény bei Miskolc am Freitag

Der Hot-Spot der Hochwasserkatastrophe in Ungarn ist nach wie vor das Komitat Borsod-Abaúj-Zemplén, wo über 12.000 Menschen, Spezialisten wie Freiwillige versuchen, die Wassermassen halbwegs einzudämmen und die größten Schäden zu beheben. Straßen- und Bahnverbindungen, u.a. nach und um Miskolc sind unterbrochen. Die Hälfte der Kleinstadt Edelény mit rund 10.000 Einwohnern wurde vom Fluss Bodva, einem Nebenfluss der Theiss überschwemmt, einige Häuser sind bereits aufgeweicht und zusammengebrochen.

 

Auch die Donau bei Budapest hat mittlerweile einen besorgniserregenden Pegel erreicht. Am Sonntag mit 16.00 Uhr wurde der Wasserstand mit 7,88 gemessen, nur noch 12 Zentimeter unter der höchsten Hochwasser-Alarmstufe und 72 Zentimeter unter dem Rekordstand beim letzten großen Hochwasser. Am Montag, 9.00 Uhr erreichten die Pegel dann 8,14 Meter. Die zentral gelegene Margareteninsel wird mit einer 1,5 km langen Sandsackbarriere gesichert, Teile der Uferstraßen in Buda und Pest sind gesperrt, in den Vororten sind Wege überschwemmt. Mit dem Scheitelpunkt der Welle wird in der Nacht auf Montag gerechnet. Die Donau bei Bratislava erreichte bereits am Samstag mit 8,33 einen Höchststand.

In Pécs sind Teile des UNESCO-Weltkulturerbes, ein frühchristliches, unterirdisches Gräberfeld beschädigt worden, an mehreren Stellen trat Wasser in die einmalige Nekropole ein, betraf aber auch die Eingangshalle, außerdem wurde eine Absenkung des Bodens registriert.

In der Slowakei hat die Regierung zusätzlich 25 Mio EUR aus Budgetreserven für die Flutopfer bereitgestellt. Nach einer Sondersitzung der Regierung wurde entschieden, Bargeld zum Kauf unabdinglicher Güter bereits im Laufe der kommenden Woche für Betroffene verfügbar zu machen. Premier Robert Fico kündigte gleichzeitig an, dass die Slowakei auch Mittel aus dem Solidaritätsfonds der EU beantragen werde, die 11 Prozent der Schäden abdecken könnten.

Weitere Informationen zum Hochwasser in Ungarn und der Slowakei siehe unten.

Links zu den wichtigsten Wetter- und Pegeldaten der Region:
Wasserstände und Hochwasserwarnungen für Ungarn mit Karten und Tabellen
Wetter Prognose und Unwetterwarnungen für Ungarn

 

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(c) Pester Lloyd / 22 - 2010 AKTUELL 04.06.2010
 

Hochwasserlage in Ostmitteleuropa bleibt angespannt

Keine Entspannung beim Hochwasser in Ungarn, weiter Notstand im Nordosten, auch Pegel der Donau bei Budapest steigen - Überflutungen und Evakuierungen auch wieder in der Slowakei, Angst vor neuer Flutwelle in Polen, Überschwemmungen in Österreich

Die Situation in den Hochwassergebieten in Ungarn bleibt auch am Freitag enorm angespannt. Im Nordosten des Landes, wo schon viele Felder unter Wasser stehen, Strassen unterspült und zwei Dutzend Gemeinden von der Außenwelt abgeschlossen sind, aber auch in Zentralungarn haben die Menschen mit stetig weiter steigenden Wasserständen zu kämpfen. Entlang der Flüsschen Bodva, Sajó und Hernád sind laut Auskunft des Katastrophenschutzes 12.000 Menschen, darunter fast eintausend Soldaten, damit beschäftigt Deiche und Dämme mit Sandsäcken zu verstärken.

Am schlimmsten sieht es derzeit in Edelény, Szendro, Sajóecseg und Gesztély aus, wo durch Überflutungen weite Teile der Gemeinden unter Wasser stehen, allein dort mussten rund 300 Familien ihre Häuser verlassen, insgesamt wurden mittlerweile rund 3000 Menschen zweitweise evakuiert. Nach wie vor sind etliche Straßen in der Region gesperrt. Neben den schon seit Wochen anhaltenden Hochwassern im Norden und Nordosten des Landes, trifft es nun auch zentraler gelegene Gebiete in Ungarn. Etliche Dämme sind durch den lange auf ihnen lastenden Wasserdruck und die beständigen starken Regenfälle bis zur Belastungsgrenze aufgeweicht, Risse zeigen sich an immer neuen Stellen.

Besonders übel sieht es am Fluss Zagyva aus sowie in der Region zwischen Jászbereny und Szolnok. Dort haben die Menschen auch mit dem steigenden Grundwasserspiegel zu tun, der die Keller und Felder überschwemmt. Noch von den vorherigen Fluten sind die Notreservoirs gefüllt, so dass kaum Entlastung gegeben werden kann. Auch im Komitat Csongrád kämpfen 27 Orte mit Grund- und Hochwasser, am schlimmsten ist die Lage in Domaszek.

Schnelle Hilfen und Hotline eingerichtet

Die Regierung, die bereits vor einigen Tagen eine Verdopplung der Flutnothilfen angekündigt hatte, sagte, dass sie swohl den Opfern der Naturkatastrophe die Hilfe zukommen lassen will, die notwendig ist als auch alle Mittel für den weiteren Flut- und Hochwasserschutz ausreichend zur Verfügung stellen will. Eine "Nationale Hochwasser-Hotline" wurde unter Tel: 1752 eingereichtet, die über einen Sofortfonds von 50 Mio Forint (ca. 180.000 EUR) verfügt, um in akuten Problemfällen sofort helfen zu können.

Auch Donau bei Budapest steigt an

Mittlerweile hat sich auch der Pegel der Donau in Budapest deutlich erhöht, von 4,88 am Mittwoch auf 6,38 am Freitagmorgen, was die erste von drei Hochwasseralarmstufen auslöste. Mit der Sperrung der Uferstraßen muss zum Wochenende abschnittsweise gerechnet werden, größere Überschwemmungen werden aufgrund der Wetterlage derzeit jedoch (noch) nicht erwartet. Auch im Nordwesten in und um Györ kommt es zu Einschränkungen, vor allem durch Straßenschäden.

Slowakei: Helfer im Dauereinsatz

In der Slowakei trat die Žitava über die Ufer, in einer Gemeinde überflutete sie 55 Häuser und hunderte Keller liefen voll, 700 Menschen mussten evakuiert werden. Auch der slowakische Regierungschef hat die Armee in Marsch gesetzt, seit fast drei Wochen ist sie im Einsatz, um an akuten Stellen zu helfen. Fico versprach unbürokratische Hilfen für die Flutopfer.

Orte in Österreich überschwemmt

In Österreich waren Orte an der Enns, der Traun, an der Donau bei Krems und am Inn von Überschwemmungen betroffen, rund 450 Einsatzkräfte waren dort im Einsatz. Teile der Altstadt von Schärding sind überflutet. Eine Bundesstraße musste abschnittsweise gesperrt werden.

Polen hat Angst vor nächster Flutwelle

In Polen stehen Teile der Hauptstadt Warschau unter Wasser, das Kanalsystem wird mit den Wassermassen einfach nicht mehr fertig. Außerdem fürchten die Katastrophenschützer eine weitere Flutwelle der Weichsel.

Weitere Informationen zum Hochwasser in Ungarn und der Slowakei siehe unten.

Links zu den wichtigsten Wetter- und Pegeldaten der Region:
Wasserstände und Hochwasserwarnungen für Ungarn mit Karten und Tabellen
Wetter Prognose und Unwetterwarnungen für Ungarn

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(c) Pester Lloyd / 22 - 2010 AKTUELL 02.06.2010

Verheerende Regennacht

Hochwasser in der Slowakei und Ungarn führen zum Notstand

Im nordostungarischen Komitat Borsod-Abaúj-Zemplén wurde der Notstand ausgerufen, die örtlichen Behörden forderten umgehend die Unterstützung des Militärs zum Schutz vor Überflutungen und den vom Hochwasser betroffenen Regionen an, 18 Orte sind von der Außenwelt abgeschnitten. In der südöstlichen Slowakei brachen Dämme, hunderte Einwohner mussten evakuiert werden. Donau bei Budapest noch entspannt.

Die heftigen Regenfälle der Nacht zum Mittwoch haben die ohnehin angespannte Lage in der Region weiter verschärft, über 1.500 Einsatzkräfte und Bürger arbeiteten fieberhaft an der Sicherung von Dämmen und Deichen. Die Pegelstände der Sajo, Hornád und Bódva sind die höchsten seit Jahren, hier soll das Militär bei weiterem Wasseranstieg auch notfalls bei Evakuierungen helfen.

Fast zwanzig Gemeinden des Bezirkes Borsod sind derzeit nicht mit dem Auto erreichbar (u.a. Debréte, Dédestapolcsány, Sajóvelezd, Nekézseny, Nagybarca, Bánhorváti, Rakacaszend, Rakaca, Szászfai, Pamlény, Keresztéte, Csokvaomány, Kishuta, Nagyhuta, Alsómocsolád und Tornaszentandrás Tornabarakony), aus Sicherheitsgründen mussten rund 60 Straßensperren errichtet werden, andere Abschnitte sind nur noch langsam und einspurig befahrbar, weil Techniker und Straßnebauunternehmen Reparaturen vornehmen. In inigen Orten verwandelten sich die Dorfstraßen zu Sturzbächen.

Der Grenzübergang zur Slowakei in Satoraljaújhely wurde in der Nacht geschlossen, gleichzeitig wurdn dort fast 2.000 Menschen aus den Orten Pasztó und Hásznos wegen der Angst for Deichbrüchen evakuiert.

Verkehrseinschränkungen und Hochwasserprobleme gibt es aber nicht nur im Nordosten, sondern auch in der Baranya (im Süden um Pécs), in Veszprém (unweit des Balatons am Bakóny-Gebirge) sowie im nordwestungarischen Komitat Győr-Moson-Sopron. Auch in der Region Komárom-Esztergom gibt es Einschränkungen. Auch die Gebiete an der oberen Theiß sind weiter überflutet.

Entspannt zeigt sich hingegen noch die Donau bei Budapest. Mit einem Stand von 4,88m (Mittwoch 13.00 Uhr) liegt sie nur knapp über dem Normalpegel, wenn auch mit leicht steigender Tendenz. Die erste Hochwasserwarnstufe gibt es bei 6,20m, zu echten Einschränkungen und Überflutungen kommt es jedoch erst ab ca. 7,50 m bis 8 Meter.

Noch dramatischer ist die Lage in der südslowakischen Region Nitra, wo höchste Flutgefahr herrscht, einige Dämme bereits gebrochen sind. Nach den massiven Regenfällen in der Nacht zum Mittwoch sind vor allem die Bezirke Zlaté Moravce, Nové Zámky und Levice von Hochwassern und Überflutungen bedroht. Bis in die frühen Morgenstunden verstärkten Einwohner und Einsatzkräfte zusammen mit Soldaten Dämme an örtlichen Bächen und Staubecken. Trotz der Verstärkung der Dämme durch Sandsäcke brach der Damm am Bach Liska in Hul und weite Teile der Ortschaft wurden überflutet. Die Rettungskräfte mussten rund hundert Menschen in Sicherheit bringen. Während der Nacht musste das Wasser aus überfluteten Kellern in den Gemeinden Veľká Maňa und Podhájska abgepumpt werden.

Die Lage war auch im Bezirk Zlaté Moravce kritisch, in Gefahr befanden sich die Ortschaften Ladice, Neverice und Kostoľany pod Tríbečom. "Die Situation ist noch immer angespannt, aber wir konnten sie wenigstens stabilisieren", sagte der Sprecher der Landesdirektion der Feuerwehr in Nitra Viliam Panský gegenüber TASR. Zwischen Kozmálovce und Horša im Bezirk Levice legte ein Erdrutsch den Verkehr lahm. Gegenwärtig werde ein Damm hinter der Ortschaft Slatina im Bezirk Levice sowie in Lúčnica nad Žitavou im Bezirk Nitra verstärkt, wo drohe, dass der Bach über die Ufer tritt. "Die Überschwemmungen in der Selbstverwaltungsregion Nitra zogen vor allem die Bezirke Zlaté Moravce, Nové Zámky und Levice in Mitleidenschaft. Am ruhigsten ist die Lage vorerst in den Bezirken Komárno und Topoľčany".

Erst gestern machte sich Vizepremier Tibor Navracsics ein Bild von der Lage und kündigte eine Verdopplung der Nothilfen für Flutopfer auf 1,5 Mrd. Forint an, gleichzeitig kamen rund 2,1 Millionen Sandsäcke im Rahmen der EU-Nachbarschaftshilfen im Lande an. Beides dürfte nach der letzten Regennacht nicht mehr genügen. Die ganze Region, aber auch Südpolen und Nordmähren sind bereits seit Mitte Mai von Hochwassern und Unwettern heimgesucht, die mehrere Menschenleben forderten.

Weiterführende Links:

Wasserstände und Hochwasserwarnungen für Ungarn mit Karten und Tabellen

Wetter Prognose und Unwetterwarnungen für Ungarn

 

 

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