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Kurzmeldungen aus Ungarn — KW 33/2009 (II)

(c) Pester Lloyd / 33 – 2009 KURZMELDUNGEN — gesammelte Meldungen dieser Woche aus dem Archiv.

Oberbank baut Filialnetz in Ungarn aus

12.08.2009 · Wirtschaft

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Oberbank baut Filialnetz in Ungarn aus

Die österreichsiche Privatbank Oberbank will in der nächsten Zeit sechs neue Filialen in Ungarn eröffnen, sagte ihr Vorstandschef Franz Gasselsberger am Dienstag. Damit hätte die Bank dann zehn Niederlassungen in Ungarn. Die neuen Standorte werden u.a. in Sopron, Debrecen und Székesfehéhervár sein. Ohne Details zu nennen, sagte der Bankdirektor, dass die Zweigestellen in Ungarn, Tschechien und der Slowakei im ersten Halbjahr 2009 gute Ergebnisse geliefert haben. Im ersten Halbjahr berichtete die Oberbank als Gruppe einen Vorsteuergewinn von 43,7 Mio EUR, 24 Prozent weniger als im Vorjahr. Die Einlagen stiegen um 6,9% auf 15,9 Mrd. EUR. Oberbank legt wert auf die Feststellung, dass man ohne staatliche Kapitalbeihilfen auskommt.

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Weiter Streit um SZDSZ-Fraktion im Parlament in Ungarn

12.08.2009 · Politik

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Weiter Streit um SZDSZ-Fraktion im Parlament in Ungarn

Die Fraktion der Liberalen weigert sich weiterhin, ihren Vorsitzenden János Koka als Fraktionschef abzulösen. Koka selbst macht auch keine Anstalten, von seinem Posten zurückzutreten. Der kürzlich gewählte Vorsitzende der in einer schweren Krise befindlichen SZDSZ hatte den Rückzug Kokas als eines seiner ersten Ziele formuliert und dadurch – und auch durch einen Richtungswechsel nach Mitte-Rechts – die Partei an den Rande des Abgrunds gebracht ( unser Bericht ). Die SZDSZ-Fraktion ist die einzige Machtgarantie, welche die in Minderheit regierende MSZP noch hat. Fällt die Unterstützung der Liberalen, sind Neuwahlen unvermeidlich. Allerdings hat SZDSZ-Chef keine juristischen oder statuellen Möglichkeiten, Koka von der Fraktionsspitze zu entfernen. Er könnte nur versuchen, die einzelnen Abgeordneten „zu überzeugen“, z.B. durch interessante Posten für die Nachwahlzeit, denn es sieht derzeit so aus, als wenn die parlamentarische Aera der Liberalen in Ungarn zu Ende geht.

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Kabinettsumbildung im Herbst in Ungarn

12.08.2009 · Politik

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Kabinettsumbildung im Herbst in Ungarn

Ungarns Regierungschef Gordon Bajnai wird im Herbst eine grössere Kabinettsumbildung vornehmen. Grund dafür ist u.a. die Ankündigung mehrerer MSZP-Minister, die Regierung im Herbst zu Gunsten des bevorstehenden Wahlkampfes zu verlassen ( unser Bericht ). Bereits für Mitte September hat der der Minister für die zivilen Geheimdienste, ÁdÁm Ficsor seinen Rückzug angekündigt. Hier ist noch nicht klar, ob die Position neu besetzt wird, z.B. durch den Staatssekretär Imre Iváncsik, oder ob Bajnai diese Aufgaben mit beim Amt des Ministerpräsidenten ansiedeln wird. Es wird auch erwartet, dass Justizminister Tibor Draskovics seinen Hut nimmt, offiziell auch begründet durch Aufgaben in der Partei, inoffiziel dürfte jedoch der Skandal um die Fälschung von Beweisen gegen die rechtsextreme Terrorgefahr ( unser Bericht ) den Ausschlag dafür geben. Auch Csaba Molnár, Leiter des Amtes des Ministerpräsidenten wird seinen Posten verlassen. Péter Kiss, derzeit ohne Portfolio, könnte aktiv in die Regierung zurückkehren. Der starke Mann in der MSZP wird dann sozusagen das soziale Gewissen der Sozialisten vertreten.

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BIP in Ungarn fällt noch stärker als befürchtet

14.08.2009 · Wirtschaft

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BIP in Ungarn fällt noch stärker als befürchtet

Zwar hat sich im Vergleich zum ersten Quartal das Minus des Bruttoinlandsproduktes in Ungarn von -2,6 auf -2,1 verlangsamt, im Vergleich zum Vorjahr ist der Abstieg der Wirtschaftsleistung aber gewaltig. Im ersten Quartal betrug er zum Vorjahresquartal 6,7%, im zweiten, jetzt veröffentlichten Quartal sogar 7,5% (kalendarisch bereinigt). Der Rückgang in Quartal 2 ist damit noch stärker als von Analysten befürchtet, die hatten sich auf ungefähr 7,1% festgelegt. Im gesamten ersten Halbjahr fiel damit das BIP Ungarns gegenüber dem ersten Halbjahr 2008 um 7,2 Prozent. Für das Gesamtjahr bedeutet das, dass die Planung der Regierung von -6,4% über den Haufen geworfen ist, sollte sich im Herbst nicht ein kleines Wunder ereignen. Mittlerweile kann man von -7% für 2009 ausgehen.

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Chefvisite: Präsident von Ungarn besuchte Opfer von Kisléta

14.08.2009 · Politik

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Chefvisite: Präsident von Ungarn besuchte Opfer von Kisléta

Der ungarische Staatspräsident hat einen Tag nach seiner Ansprache zur gefährlichen Lage in Ungarn ( unser Bericht ) die bei dem Attentat von Kisléta Verletzte im Krankenhaus besucht. Gemeinsam mit dem Parlamentsbeauftragten für die Rechte von Minderheiten, Ernő Kállai, besuchten sie das 13jährige Mädchen im Hospital der Provinzhauptstadt Nyíregyháza. Ihre Mutter wurde in ihrem Haus erschossen. Der Präsident zeigte sich erfreut, dass das Mädchen mittlerweile außer Lebensgefahr sei, „ihr starker Überlebenswille“ hat ihr geholfen, kommentierte er den Besuch. Man werde die weitere Entwicklung begleiten. „Sein Büro“ werde alle nötige Hilfe leisten, damit sie „über den Tod der Mutter hinweg kommt“. Dies schliesse auch eine Unterstützung für die weitere Ausbildung, eventuell ein Studium ein. Die Großmutter und die Tante des Mädchens waren beim Präsidentenbesuch mit dabei.

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Industrieproduktion in Ungarn weiter im Keller

15.08.2009 · Wirtschaft

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Industrieproduktion in Ungarn weiter im Keller

Nach den Zahlen zum BIP, dass ein größeres Minus einfuhr als zunächst berechnet und erhofft ( unser Beitrag ), ist es nicht verwunderlich, dass auch die Industrieproduktion in Ungarn im Keller bleibt. 18,8% ging der Ausstoss der ungarischen Industrie wertmäßig von Juni 2008 bis Juni 2009 zurück. Im Mai musste man noch 22,1% hinnehmen. Von Monat zu Monat gerechnet, stieg die Industriproduktion von Mai auf Juni um 1,7% (umgerechnet auf Kalendertage und Saisoneffekte), einen Monat früher waren es jedoch 2,6%, was nicht besonders beruhigend klingt.

Die Exporte stiegen industrieseitig um 1 Prozentchen zum Mai, ein Monat vorher waren es auch hier 2,4%, im Jahresvergleich -21,7%. Für das gesamte erste Halbjahr ergibt sich somit ein Minus für die Industrieproduktion in Ungarn von 22,5% zum Vorjahr. Wobei die Exportleistung um 26% fiel, dabei waren die Fahrzeuge -34% am schlechtesten dran, bei Computern, Elektronik und optischen Produkten fiel das Minus hingegen mit -15% noch moderater aus. Auch die Auftragslage hat sich kaum gebessert, das Minus kann nur ganz allmählich verlangsamt werden, weit entfernt davon eine Trendwende anzuzeigen.

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