(c) Pester Lloyd / 40 – 2010 KURZMELDUNGEN — gesammelte Meldungen dieser Woche aus dem Archiv.
80 Mio EUR Staatsbeihilfen für Audi Ungarn?
05.10.2010 · Nachrichten
80 Mio EUR Staatsbeihilfen für Audi Ungarn?
Audi Ungarn erhält für seine kürzlich angekündigte 900 Millionen EUR-Investition in ein neues Autowerk in Györ staatliche zuschüsse in Höhe von umgerechnet ca. 80 Millionen EUR. Das will ei Automagazin unter Bezug auf „zuverlässige Quellen“ erfahren haben. Üblicherweise werden bei solchen Großinvestitionen 5-10% der Investitionssumme als Steuerbefreiung gewährt. Ausschlag für die Höhe der Zuschüsse gibt u.a. die Zahl der neu entstehenden Arbeitsplätze, die Dauerhaftigkeit der Investition und der letztliche Mehrwert für die Staatskasse. Audi, das seit 1992 bereits knapp 4 Milliarden EUR in sein Motoren- und Fahzeugwerk sowie in Infrastruktur investitert hat, will in dem neuen Werk die nächste Generation der A3-Modelle fast komplett fertigen. Ab 2013 sollen zunächst einige Hunderttausend, später jährlich bis zu 1,5 Millionen Fahrzeuge vom Band laufen. Auch Opel in Szentgotthárd, Mercedes bzw. Daimler in Kecskemét sowie der Reifenhersteller Hankook haben jeweils mehrere hundert Millionen Euro schwere Investitionen angekündigt.
Zum Thema:
Automobilgroßmacht – 24.09.2010 Audi investiert fast eine Milliarde EUR in Ungarn http://www.pesterlloyd.net/2010_38/38audi/38audi.html
GM rüstet auf – 21.09.2010
Opel investiert 500 Mio EUR in den Standort Ungarn – auf wessen Kosten? http://www.pesterlloyd.net/2010_38/38opel/38opel.html
Jobs, bei Daimler & Co in Ungarn finden Sie unserer Datenbank im STELLENMARKT
Bankensteuer verfehlt Zielvorgaben knapp
05.10.2010 · Nachrichten
Bankensteuer verfehlt Zielvorgaben knapp
Die heftig diskutierte Finanzsondersteuer in Ungarn wird in diesem Jahr nicht ganz die von der Regierung geplanten 200 Milliarden Forint (ca. 700 Mio EUR), sondern wahrscheinlich nur 182 Mrd. HUf einbringen. Das teilte das Finanzministerium in einer vorläufigen Berechnugn mit. Bis Ende September wird die erste Rate fällig, Anfang Dezember die zweite. Neben Banken, werden auch Versicherer, Leasinggesellschaften und ander Finanzdienstleister zur Staatsasse gebeten, um das diesjährige Defizitziel überhaupt erreichen zu können. Die Sondersteuer soll bis 2012 befristet sein und ist die prozentual höchste der Region.
Mehr dazu im FINANZMARKT
E.ON Ungarn belohnt pünktliche Bezahlung
05.10.2010 · Nachrichten
E.ON Ungarn belohnt pünktliche Bezahlung
Die ungarische Tochter des deutschen Energieriesen E.ON greift zu unorthodoxen Methoden, um die Kunden zur Zahlung ihrer Rechnungen zu bewegen. Wer in diesem Jahr alle seine Rechnungen „vollständig und pünktlich“ beglichen hat, soll in der nächsten Rechnungsperiode einen Rabatt von 10% erhalten. Kunden können sich beim Kundenservice von E.ON bis 30. November für diesen Bonus bewerben und müssen dazu die Einzahlungsbelege der Stromrechnungen der letzten zwölf Monate vorweisen. Ein normaler Haushalt könne so im kommenden Jahr bis zu 5.000 Forint sparen (ca. 18 EUR).
„Wir verstehen, dass die Wirtschaftskrise mehr und mehr Kunden in eine schwierigen ökonomische und finanzielle Situation gebracht hat.“ Daher wolle man die Kunden durch „günstige Dienstleistungen“ entlasten. meldet die Kommunikationsabteilung des Stromriesen. Dazu habe E.ON bereits im Sommer die Stromverbrauchspreise um durchschnittlich 6,7% gesenkt (von den nicht so unerheblichen Anhebungen der Vorjahre sprach man lieber nicht mehr so laut). Für den November hat E.ON, passenderweise, auch ein Hilfsprogramm für die „am meisten benachteiligten Kunden“, sprich Armen, angekündigt, schließlich waren etliche Familien beim besten Willen nicht in der Lage ihre Rechnungen stets pünktlich zu begleichen.
Bürger in Ungarn für Heizkraftwerk gegen Weltklturerbe
05.10.2010 · Nachrichten
Bürger in Ungarn für Heizkraftwerk gegen Weltklturerbe
Die Einwohner der nordostungarischen Stadt Szerencs, ca. 35 km nordöstlich von Miskolc stimmten am Sonntag nicht nur über die Kandidaten für die Kommunalverwaltung ab, sondern auch über ein Volksbegehren zur Errichtung eines Biomassekraftwerkes bei dem 10.000-Einwohner-Ort. Eine deutliche Mehrheit von 63,5% stimmte dem bereits in der Entwicklung befindlichen Projekt des 50MW-Kraftwerkes erneut zu, das den Status der historischen Weinregion Tokaj als Weltkulturerbe der UNESCO in Frage stellt.
Zwischenzeitlich wurde der Bau bzw. Betrieb des Kraftwerkes durch Gerichte gestoppt, von anderen dieser Stopp wieder aufgehoben. Winzer und Umweltschützer bezeichnen das Projekt als schädigend und überdimensioniert für die Region. Der Verlust des Welterbestatus´ hätte für das angrenzende Tokaj zudem Auswirkungen auf Weinpreise und Tourismus sowie Entwicklungsgelder. DIe Bürgermeisterin von Szerencs, Ilona Ronavölgyi, sieht die Sache völlig anders und hält den Kulturerbe-Staus für eine Behinderung der wirtschaftlichen Entwicklung der Region. Der Titel müsse zur Not aufgegeben werden.
Ex-Parlamentspräsidentin gründet neue Partei
05.10.2010 · Nachrichten
Ex-Parlamentspräsidentin gründet neue Partei
Die ehemalige Parlamentspräsidentin Katalin Szili hat die Mitgliedschaft in der MSZP beendet und gleichzeitig die Fraktion der nun oppositionellen sozialistischen Partei verlassen. Sie verkündete, dass sie Chefin einer neuen Partei, der Sozialen Union geworden ist, die aus der von ihr initiierten Bewegung „Allianz für die Zukunft“ hervorgegangen ist. Durch die Mitgleidschaft in einer anderen politischen Partei, erlöscht gemäß den MSZP-Statuten ihre Mitgliedschaft automatisch. Ehemalige Parteikollegen kritisierten umgehend, dass sie ihr Parlamentsmandat behalte, schließlich habe sie dieses über eine MSZP-Parteiliste erhalten. Szili, schon immer sehr karrierebewusst und eigensinnig, antwortete darauf, dass sie als unabhängige Abgeordnete weitermachen wird, denn sie habe zwar „mit der Partei gebrochen, nicht aber mit den Wählern.“
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