(c) Pester Lloyd / 01 – 2009 POLITIK – 29.12.2008
WIRTSCHAFT 06 .01.2009
Ministerpräsident Gyurcsány: Es ist inakzeptabel, dass die Europäer den Preis für den Streit zwischen der Ukraine und Russland zahlen müssen
Im Licht der aktuellen Lage trag die ungarische Regierung am Dienstag Vorbereitungen, um notfalls auch die strategischen Gasreserven nutzen zu können. Gleichzeitig signalisierte Ministerpräsident Ferenc Gyurcsány in Briefen an die Amtskollegen Vladimir Putin, Julia Timoschenko und an den amtierenden EU-Ratspräsidenten, den tschechischen Premier Mirek Topolanek: für Ungarn sei es inakzeptabel, dass die europäischen Verbraucher den Preis für die Debatte zwischen Russland und der Ukraine zahlen. Laut Gyurcsány handle es sich nicht um eine gewöhnliche Handelsangelegenheit, sondern um eine der wichtigsten Fragen der Zusammenarbeit zwischen Russland, der Ukraine und Europa.
Der ungarische Regierungschef mahnte an, dass die Streitparteien unabhängig von ihren Meinungsverschiedenheiten die Pflicht hätten, ihre Verträge zu erfüllen und die europäischen Verbraucher zu versorgen, die zwei Fragen sollten also getrennt behandelt werden.
Wie in Ungarn mittlerweile üblich, löste auch dieses Problem innenpolitische Turbulenzen aus. Der oppositionelle Fidesz bezichtigte die Regierung das Gasproblem vernachlässigt und die Bevölkerung nicht entsprechend informiert zu haben. Auch wurden Gyurcsánys Aktionen in Erinnerung gerufen, mit denen er früher den russischen Plan der Southern Stream Gasleitung (auch durch Ungarn) unterstützt hatte. Der Premier tanzte nach der Reaktion auf sein Verhalten später in der Frage zurück und betonte auch Dienstag: er unterstütze voll und ganz den durch den Westen favorisierten Plan der Nabucco-Pipeline. Diese sollte Gas aus Mittelasien ohne Transit durch Russland nach Europa bringen.
Der Pester Lloyd berichtet auf dieser Internetseite über die weiteren Entwicklungen für Ungarn und die Region.
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