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Tom Lantos-Instituts für Menschenrechte und Minderheitenforschung in Ungarn

(c) Pester Lloyd / 10 – 2011 POLITIK 07.03.2011

Ungarns Regierung plant Gründung des Tom Lantos-Instituts für Menschenrechte und Minderheitenforschung

In ihrer Sitzung am Mittwoch hat die ungarische Regierung die Gründung des Tom Lantos-Institutes beschlossen. Benannt nach einem ehemaligen ungarisch-amerikanischen Kongressabgeordneten, soll das Institut „zur Stärkung der Menschen- und Minderheitenrechte in Mitteleuropa beitragen“, friedliche Beziehungen zwischen Mehrheitsbevölkerungen und Minderheiten sowie regionale Zusammenarbeit und Stabilität fördern. Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf der Unterstützung transatlantischer Beziehungen, vor allem zwischen Mitteleuropa und den USA. Das Institut wird diese Ziele primär über Forschungsprojekte, Konferenzen, die Organisation von Studienreisen und die Vergabe von Stipendien verfolgen. Tom Lantos war 1928 in Budapest als Kind einer jüdischen Familie geboren und hatte sich während des Zweiten Weltkriegs in der ungarischen Widerstandsbewegung beteiligt. Mit Hilfe des schwedischen Diplomaten Raoul Wallenberg konnte er die letzte Phase des Kriegs überleben und half selbst anderen Verfolgten. 1947 wanderte er in die USA aus, wo er von 1981 bis zu seinem Tod 2008 als Abgeordneter der Demokraten im Repräsentantenhaus arbeitete. Dabei vertrat er auch die Interessen der US-Bürger ungarischer Herkunft und regte die Auseinandersetzungen mit Ungarn und Mitteleuropa betreffenden Fragen an, vor allem bezüglich der Menschenrechte und Situationen der Minderheiten.

Die ungarische Regierung wird 100 Millionen Forint (ca. 38 Millionen Euro) als Beitrag zur Gründung und der Übernahme der Ausgaben im ersten Jahr zur Verfügung stellen. Die Eröffnung soll im Sommer 2011 mit hochrangigen internationalen Delegationen stattfinden. Außenminister János Martonyi hatte seine Kollegin Hillary Clinton bei seinem Aufenthalt in Washington im Juli 2010 über die Pläne zur Einrichtung des Instituts informiert, Staatspräsident Pál Schmitt hatte diese der internationalen Gemeinschaft auf seiner Rede vor der Generalversammlung der Vereinten Nation vorgestellt.

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