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Kálmáns ungarischste Operette in deutscher Sprache in Budapest

(c) Pester Lloyd / 10 – 2011 KULTUR 10.03.2011

Die freie ungarische Künstlervereinigung „Operettvilág“ (Operettenwelt) hat schon mehrfach durch gekonnte Aufführungen in deutscher Sprache auf sich aufmerksam gemacht. Dem Leiter-Ehepaar und Protagonisten der Truppe, Andrea Zsadon (Sopran) und Tibor Szolnoki (Tenorbuffo), ist es auch mit der neuesten Inszenierung (Prof. Robert Herzl aus Wien) wieder gelungen, eine seltener gespielte Operette mit Leidenschaft und einer anerkennenswerten Ensembleleistung auf die Bühne zu bringen.

Erfolgreiche Premiere hatte das Werk, in dem die Musik der Zigeuner, der ungarische Cárdás und der Wiener Walzer eine gelungene Symbiose bilden, am vergangenen Sonntag im sehr gut besuchten Kulturhaus von Óbuda. Tibor Szolnoki gab den alternden Zigeunerprimas aus Lörincfalván, der alles daran setzen will, dass seine Kinder keine Künstlerlaufbahn einschlagen sollen. In einer Charakterstudie mit teilweise anrührenden gesanglichen Einlagen, kann er das allerdings nur bis zum dritten Akt verhindern. Dann bekommt sein zart tenoraler Sohn Laci (Sándor Domoszlai) doch noch die Gelegenheit mit Vaters Stradivari zu glänzen. Andrea Zsadon war die Grand Dame des Abends, die als Gräfin Irinyi über musikalische Umwege schließlich doch wieder zu ihrem ehemaligen Gatten, dem Zigeunerprimas, zurück findet. Die weiteren Partien waren nahezu allesamt mit spielfreudigen Sängerinnen und Sängern besetzt. Herausragend die darstellerischen und gesanglichen Leistungen des Wiener Gastes Josef Forstner als Graf Estragon, der mit Anspielungen auf Napoleon oder Berlusconi nicht sparte. Musikalisch lag die Operette in den Händen von Sándor Szabolcs, der Ballett, Chor und Orchester schwungvoll leitete und das Geschehen auf der Bühne einfühlsam begleitete.

Das Ensemble geht nun mit der wohl ungarischsten Operette des in Siofok geborenen Komponisten Emerich (Imre) Kálmán auf Gastspielreise nach Deutschland, Österreich und in die Schweiz, wo schon jetzt ausverkaufte Häuser auf die Künstler aus Ungarn warten. Im Sommer wird der „Zigeunerprimas“ dann in ungarischer Sprache auf der Freilichtbühne der Margaretheninsel in Budapest zu erleben sein.

Weitere Vorstellungen und Informationen: www.operettvilag.hu

1037 Budapest, Remetehegyi út 42/A. E-mail: [email protected]

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