(c) Pester Lloyd / 10 – 2012 NACHRICHTEN 05.03.2012
Mit der AXA Bank, Tochter des gleichnamigen französischen Versicherungsriesen, verabschiedet sich das nächste Kreditinstitut aus Ungarn. Das Unternehmen teilte mit, dass der Hypothekenmarkt in Ungarn nicht mehr profitabel zu gestalten sei und auch der mittelfristige Ausblick negativ ist. Die Bank will 13 ihrer Kundenzentren in Ungarn schließen, ab Jahresmitte soll es nur noch "Regionalcenter" in Budapest (2), Debrecen, Györ, Pécs und Kecskemét geben. Axa wird keine neuen Kredite vergeben, sondern sich nur noch um das bestehende Portfolio kümmern sowie das Einlagengeschäft fortführen
Zuvor hatte bereits die Credit Agricole die Beendigung ihres Engagements in Ungarn (aus allgemeinen strategischen Planungen) angekündigt, die MKB der Bayern LB wird bald verkauft, die Gránit Bank von Lokaloligarch Demján womöglich vom Staat übernommen. Erste Bank und Raiffeisen (beide Österreich) haben zahlreiche Filialen geschlossen und Stellen abgebaut, die Volksbanken (ebenfalls Österreich, VBI) wurden an die russische Sberbank verkauft. Neben der europaweit höchsten Bankensteuer, macht den Kreditinstituten vor allem die gesetzliche Forex-Ablöse zu Sonderwechselkursen zu schaffen. Während man mit Fremdwährungskredite jahrelang sgaenhafte Gewinne einfuhr, zahlen die Banken heute dabei drauf. Rund 700.000 Ungarn sind allein mit Forex-Hypotheken belastet, etwa 150.000 Hypothekenkredte gelten als notleidend.
Die Gewinne der Banken in Ungarn insgesamt sind 2011 das erste Mal seit 14 Jahren ins Minus gerutscht. Analysten gaben erstmals auch eine Gewinnwarnung für die OTP-Bank im ersten Quartal 2012 aus (größte ungarische Bank).
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