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„Hungermärsche“ in Ungarn als Protest gegen Armut, Miskolc gestartet

(c) Pester Lloyd / 06 – 2013 NACHRICHTEN 06.02.2013

Am Montag startete der inzwischen achte Hungermarsch, von Armut bedrohte und vielseits betroffene Demonstranten verließen die im Nordosten Ungarns gelegene wirtschaftlich stark vernachlässigte Stadt Miskolc. Über 50 Leute nahmen die winterlichen Wetterbedingungen mit Schnee und Minustemperaturen auf sich und legten die rund 200 Kilometer nach Budapest zu Fuß zurück. Die Gruppe, welche die Protestmärsche organisiert, macht bereits mit ihrem Namen die Forderungen deutlich: "Arbeit!Brot!Gerechte Bezahlung!". Konkretere Forderung ist die Wiederherstellung des ursprünglichen Mindestlohns von 202 Euro sowie dessen monatliche und nicht wie derzeit wöchentliche Auszahlung im öffentlichen Sektor. Für die kommunalen Beschäftigungsprogramme wurde der Mindestlohn ausgesetzt

Um auf die katastrophale Lage der vernachlässigten Regionen Ungarns und fehlende Arbeitsplätze aufmerksam zu machen, wollen am 11. Februar, dem ersten Tag der Frühlingslegislaturperiode der Regierung, die verschiedenen Gruppierungen der Hungermärsche aus dem ganzen Land vor dem Parlament in Budapest protestieren. In Ungarn leben geschätzt rund 3 Millionen Menschen, also 30% der Bevölkerung unterhalb oder an der Armutsgrenze, darunter natürlich auch viele Kinder. Dass die Veranstaltung im wesentlichen von der oppositionellen MSZP organisiert und finanziert ist, die sich in ihrer Regierungszeit auch nicht gerade als Anwalt der Armen etabliert hatte, wird vor allem von der regierungstreuen Presse thematisiert und entspricht auch den Fakten, ändert aber nichts an der real gestiegenen Armut im Lande.

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