Drücken Sie „Enter“, um den Inhalte zu überspringen

Ungarische Schüler schneiden bei PISA-Tests schlechter ab als je zuvor

Die jüngsten Ergebnisse der PISA-Tests zeigen einen deutlichen Rückgang in Mathematik und Lesekompetenz.

Budapest. Ungarische Schüler haben bei den jüngsten PISA-Tests in Mathematik und Lesekompetenz schlechter abgeschnitten als zuvor und liegen teils unter dem OECD-Durchschnitt. Die Ergebnisse der 2025 durchgeführten Tests zeigen, dass ungarische Schüler in Mathematik einen Durchschnitt von 459 Punkten erreichten, was nahe am OECD-Durchschnitt von 463 Punkten liegt. Im Bereich Lesekompetenz erzielten sie jedoch nur 452 Punkte, signifikant unter dem OECD-Durchschnitt von 461 Punkten. Dies platzierte Ungarn auf Platz 33 von 91 teilnehmenden Ländern. Es sind die schlechteste Ergebnisse seit Beginn der PISA-Tests im Jahr 2000.

Laut Velkey Kristóf vom ungarischen Bildungsamt nahmen 273 ungarische Schulen mit etwa 6400 Schülern an der PISA-Studie teil. Die Ergebnisse zeigen, dass ungarische Schüler in Naturwissenschaften mit 480 Punkten nur knapp unter dem OECD-Durchschnitt von 486 Punkten liegen. Im Vergleich zu anderen europäischen Ländern schnitten sie schlechter ab als Schüler aus Österreich, Tschechien und Polen, während sie ähnlich wie Schüler aus Deutschland und der Slowakei abschnitten.

Bildungsministerin Judit Lannert erklärte, dass die Ergebnisse ein Zeichen für eine globale Bildungskrise seien und dass der Rückgang der Lesekompetenz damit zusammenhänge, dass die Nutzung digitaler Geräte auf Kosten des traditionellen Lesens zugenommen habe. Sie betonte, dass in Ungarn die digitale Ablenkung geringer sei und verwies darauf, dass in 90 Prozent der Bildungseinrichtungen die Nutzung von Mobiltelefonen eingeschränkt ist. Dennoch sieht sie die Notwendigkeit, das System zur Förderung begabter Schüler zu überarbeiten, da der Anteil der leistungsstärksten Schüler abnimmt.

Die ungarische Regierung steht nun vor der Herausforderung, die Ursachen für den Rückgang zu identifizieren und Maßnahmen zur Verbesserung der Bildungsergebnisse zu ergreifen. Ein Arbeitskreis im Ministerium soll Eltern stärker einbeziehen, da die Kommunikation zwischen Eltern und Kindern über schulische Themen abgenommen hat. Zudem soll ein weiteres Team eingerichtet werden, um soziale Probleme wie Mobbing an Schulen gezielt anzugehen.

Die aktuellen PISA-Ergebnisse erhöhen nun den Druck auf die Regierung, effektive und nachhaltige Lösungen zu finden, um die Bildungssituation im Land zu verbessern.

Quellen: Telex
Photo: Judit Lannert / MTI

Titelseite der aktuellen Pester-Lloyd-Wochenzeitung

Neu · Jeden Freitag als PDF

Der Pester Lloyd als Wochenzeitung – wie früher am Kiosk, nur digital

Ausgabe August 2026, 66 Seiten im großen Zeitungsformat. Darin unter anderem:

• Der Richter, der Ungarn in Straßburg besiegte• András Baka vereidigt – ein Präsident für den demokratischen Wiederaufbau

Zeitung ansehen – 2,50 €

In eigener Sache – Ihr Kauf unterstützt unabhängigen Journalismus ohne Paywall.

0 0 Bewertungen
Beitragsbewertung
Abonnieren
Benachrichtigen bei
guest
0 Kommentare
Älteste
Neueste Meistbewertet
Inline-Feedbacks
Alle Kommentare anzeigen
0
Deine Meinung würde uns sehr interessieren. Bitte kommentiere.x