Budapest feiert den Machtwechsel durch den Sieg der Tisza-Partei. UnterFahnen, Gesängen und Sinatras „My Way“ kippt die Nacht in kollektive Erleichterung und Euphorie.
Budapest. Am Batthyány tér, gegenüber des Parlaments, drängen sich tausende Menschen vor großen Bildschirmen. Fahnen wehen im Wind, die Luft ist elektrisiert. Kurz nach 21 Uhr erscheint auf den Leinwänden der Tisza-Wahlparty am Donauufer erstmals die entscheidende Prognose: Die Partei erreicht die Zweidrittelmehrheit im Parlament. Mit jedem weiteren Wahlbezirk, der an Tisza geht, wächst die Euphorie in der Menge spürbar.

Ab 21:30 wird die Anerkennung der Wahlniederlage durch Viktor Orbán live übertragen, das Wahlergebnis sei „schmerzhaft für uns, aber eindeutig“. Die fotografierte Reaktion aus dem Publikum, als Orbán und Fidesz auf dem Bildschirm erscheinen, fasst die Stimmung des Publikums zusammen, das Orbán laut und konstant ausbuhte.

Gegen 22:30 Uhr wird die Live-Übertragung des Senders Partizán abrupt unterbrochen, Musik setzt ein. Dann erscheint Péter Magyar, der sich seinen Weg entlang des Donauufers bahnt. Es ist kein kurzer Auftritt – es ist ein ausgiebiger Triumphzug. Er schüttelt Hände, bleibt stehen, spricht mit Unterstützern. Die Menge drängt sich an die Absperrungen, Fackeln erhellen die Nacht, während im Hintergrund das Parlament leuchtet – eine epische Stimmung für einen denkwürdigen Abend.
Als schließlich Frank Sinatras „My Way“ erklingt, singt die Menge mit – ein Moment zwischen heroischem Pathos und kollektiver Erleichterung. Zwischen unzähligen Nationalflaggen erreicht Péter Magyar die Rednerbühne, seine Rede wird entlang des Donauufers auf mehreren Bildschirmen live übertragen.
“Hallo, Liebe Ungarinnen und Ungarn, wir haben es geschafft! Tisza und Ungarn haben die Wahlen gewonnen. Nicht mit einem kleinen, sondern mit einem sehr großen Vorsprung. Gemeinsam haben wir Ungarn befreit. Danke. Das hätte ohne euch nicht erreicht werden können. Später fügt er hinzu: „Gemeinsam haben wir das Orbán-Regime gestürzt und Ungarn befreit; wir haben unser Heimatland zurückerobert“
Unter anderem kündigt Magyar an, Ungarn wieder stärker in die europäische Politik einzubinden. Nach Jahren der Isolation unter Orbán wolle er das Land auf einen klar pro-europäischen und NATO-orientierten Kurs zurückführen.

Batthyány tér am 12.04.2026.
Die Menge reagiert nach jeder Pause in seiner Rede mit Jubel und Sprechchören, darunter „Ria, Ria, Hungária“ und „Ruszkik, haza!“ („Russen, geht nach Hause!“). Laut internationalen Berichten, etwa vom Guardian, strömten zehntausende Menschen in die Straßen Budapests, um den historischen Wahlsieg zu feiern.
Am Batthyány tér, ist der Platz bis an seine Grenzen gefüllt- und darüber hinaus. Menschen klettern auf das Dach der Metrostation, die Station ist nicht mehr zugänglich. Es wird angestoßen, gesungen, sich umarmt und geweint. Besonders viele junge Menschen feiern ausgelassen.

Quelle: The Guardian, Daily News Hungary, Tagesschau.de
Photos: Titelbild von 22:40, Péter Magyars Wahlsieg steht bereits fest: Vor der Live-Übertragung feiert die Menge mit unzähligen Fackeln.
Lizenz: CC BY-SA 4.0, Bei Verwendung bitte als Quelle angeben:
Anna Katharina Breitling / Pester Lloyd – www.PesterLloyd.net
Bei Bearbeitungen bitte zusätzlich kenntlich machen: „bearbeitet“ bzw. „Zuschnitt“.











