(c) Pester Lloyd / 20 – 2014 NACHRICHTEN 13.05.2014
Die Zeichen am Budapester Flughafen stehen auf Streik. Diesmal sind die Mitarbeiter der Treibstoffabteilung die Initiatoren, doch weitere gewerkschaftlich vertretende Airport-Mitarbeiter wollen sich ihnen anschließen. Nach Darstellung der Gewerkschaftsführung verweigern sich die Firmenleitungen verschiedener Dienstleister konsequent ernsthaften Verhandlungen, verschieben spontan die verabredeten Termine oder schicken nicht autorisierte Gesprächspartner, daher werde man nun Arbeitskampfmaßnahmen einleiten.
Die Angestellten und Arbeiter klagen darüber, dass immer weniger Personal immer mehr Aufgaben zu schlechtem Lohn ausführen müssten. Im Falle des Aircraft Fuel Dienstleisters RÜK ist der Personalstand von 45 2009 über 27 2012 auf 22 in diesem Jahr zurückgegangen, obwohl das Aufkommen – nach der Malév-Delle – heute fast wieder so hoch ist wie immer und die Umsätze des Unternehmens relativ gleichbleibend sind. Gerade erst meldete der Flughafen ein Passagierplus von 8,1% zum Vorjahresmonat. Die Dienstpläne bei der RÜK aber würden so chaotisch und kurzfrsitig gestaltet bzw. immer wieder abgeändert, dass kaum noch ein Familienleben, geschweige denn eine -planung stattfinden könne. Die Unternehmen machten maximalen Gebrauch von den Möglichkeiten des neuen Arbeitsrechts, das eine enorme Verschlechterung bei der Abgeltung von Überstunden durch Freizeit bzw. Zuschläge bedeutet. Als Zugabe haben die Arbeitgeber noch einen Gehaltsvorschlag vorgelegt, der nicht einmal die (besonders niedrige) Inflation der letzten zwei Jahre abfängt. Selbst die regierungsnahe Nationale Arbeitsaufsicht stellte bereits eine Reihe von „ungünstigen Arbeitsbedingungen“ fest.
Wann die Streiks beginnen und welche Auswirkungen sie haben werden, steht bis jetzt noch nicht fest. Das Streikomitee muss erst die rechtlichen Rahmenbedingungen prüfen, denn auch das Streikrecht ist in „Orbáns schöner neuer Arbeitswelt“ empfindlich beschnitten worden.
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