Drücken Sie „Enter“, um den Inhalte zu überspringen

Budapest erhöht Fahrpreise, Jahreskarte teurer als in Wien

(c) Pester Lloyd / 44 – 2012 NACHRICHTEN 31.10.2012

Die Budapester Stadtversammlung hat eine Anhebung der Tarife für den öffentlichen Nahverkehr, BKV, beschlossen, der im Schnitt eine Verteuerung von 5-8% der Fahrpreise bedeutet. Dies ist die erste generelle Preiserhöhung bei der sehr maroden BKV seit drei Jahren, zuvor waren sie aus politisch-sozialen Gründen untersagt. Der Chef der Budapester Verkehrsgesellschaft, Dávid Vitézy und OB Tarlós begründeten, dass der tatsächliche Wertausfall für die BKV über diese drei Jahre bei 15% liegt, also nur rund die Hälfte kompensiert wird. Außerdem böte man dem Publikum durch die neuen Alstom-Züge höheren Service und bald ist auch die neue Linie M4 in Betrieb. Das waren noch Zeiten: BKV-Tickets von 1993 zum Preis von 25 Forint das Stück. Gefunden auf retronom.hu

Das Ticket für die Einzelfahrt (ohne Umstieg) kann dann stufenweise über 335 Forint bald bis 370 Forint, ca. 1,30 EUR, statt wie bisher 320 Forint kosten. Eine Jahreskarte kostet schon jetzt umgerechnet 414 Euro, im noblen Wien, wo der Durchschnittsverdienst das Vierfache des ungarischen beträgt, ist das Jahres-Öffi-Ticket seit diesem Jahr für 365.- EUR zu haben, während der Berliner „arm, aber sexy“ 680.- EUR dafür blechen muss, freilich sind dort auch die Entfernungen leicht doppelt so lang. Der Einzelfahrschein in Wien kostet zwar 2.- Euro, ermöglicht aber beliebig häufiges Umsteigen in eine Fahrtrichtung, für die 2,40 Euro in Berlin kann man sogar 2 Stunden lang hin- und herfahren wie man will. Im Verhältnis zum Durchschnittseinkommen hat Budapest somit die höchsten Fahrpreise in Europa, neben der Mehrwertsteuer ein weiterer Euroaprekord…

Trotz neuer Preise ist das Finanzierungsproblem der BKV für das kommende Jahr noch nicht gelöst, der Staat, der mit Notspritzen das Unternehmen am Leben erhält, will verlässliche Sanierungskonzepte, Hauptverantwortlicher OB Tarlós (Fidesz) ist mit seinen Parteifreunden in der eigenen Fraktion völlig zerstritten, nicht nur bei dieser Frage. Auch die Erneuerung der maroden Busflotte war wieder ein Thema, wie berichtet, hat der Staat hier selbst hoch fliegende Ambitionen . Bis es soweit ist, sollen nun zunächst anderweitig 150 Fahrzeuge beschafft werden, um die ältesten Dinosaurier außer Dienst stellen zu können. red.

Titelseite der aktuellen Pester-Lloyd-Wochenzeitung

Neu · Jeden Freitag als PDF

Der Pester Lloyd als Wochenzeitung – wie früher am Kiosk, nur digital

Ausgabe 10.–16. August 2026, 15 Seiten im großen Zeitungsformat. Darin unter anderem:

• Sziget, Tag drei – Florence, Staub und ein Ermittlungsverfahren• András Baka vereidigt – ein Präsident für den demokratischen Wiederaufbau

Zeitung ansehen – 2,50 €

In eigener Sache – Ihr Kauf unterstützt unabhängigen Journalismus ohne Paywall.

0 0 Bewertungen
Beitragsbewertung
Abonnieren
Benachrichtigen bei
guest
0 Kommentare
Älteste
Neueste Meistbewertet
Inline-Feedbacks
Alle Kommentare anzeigen
© Alle Inhalte Copyright 2026 Pester Lloyd
0
Deine Meinung würde uns sehr interessieren. Bitte kommentiere.x