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Die Ungarische Zentralbank wirft 100 Milliarden Forint auf den Hypothekenmarkt

(c) Pester Lloyd / 06 – 2010 WIRTSCHAFT 09.02.2010

Mit einer Großaktion will die ungarische Nationalbank den Markt für Hypothekenkredite in Ungarn stützen und ankurbeln. Mit insgesamt 100 Milliarden Forint (knapp 370 Mio EUR) will man ein etwas lahmendes Geschäftsfeld der Privatbanken beleben, nämlich die Forintkredite für Immobilien. Dafür gibt es zahlreiche Gründe.

Zum einen igelten sich die Banken seit der Finanzkrise mehr und mehr ein, weil die Qualität der Kreditportfolios immer schlechter geworden ist. Durch den Preisverfall am Immobilienmakrt sanken zudem die Sicherheiten beträchtlich. Durch die zahlreichen konsumorientierten Fremdwährungskredite, die vor allem auch von Töchtern ausländischer Banken (Erste, Raiffeisen, Unicredit u.a.) in großem Stile ausgegeben wurde, kamen beim Kurseinbruch des Forint viele Kreditnehmer in Zahlungsverzug. Durch die erhöhten Risikorücklagen der Banken und den indirekten (wenn auch immer wieder durchsichtig dementierten) Kapitalabzug der Muttergesellschaften entstand eine Kreditklemme, die wiederum den Markt für Immobilieneigentum beschädigte. Diesen Knoten will die Zentralbank nun durch den Aufkauf zweckgebundener Bankanleihen in Forint lösen, womit die Institute günstig an Geld zum verleihen kommen. Gleichzeitig wird damit, zumindest kurzfristig, der Forint gestärkt. Der Anteil von Fremdwährungskrediten ist zwar kleiner geworden, die Quote der Kreditausfälle steigt jedoch weiter. Die EBRD hatte einzelnen Banken bereits jeweils über 100 Mio EUR zur Verfügung gestellt, vor allem aber für kleine und mittlere Betriebe. Ein eigenes Hilfsprogramm für Häuslebauer und Wohneigentum, übrigens eine traditionell sehr wichtige Säule der ungarischen Altersversorgung, gab es bisher so noch nicht. Details zu dem Programm, das vorerst bis Ende des Jahres aufliegen soll, will die Zentralbank Ende des Monats bekannt geben. Außerdem soll die Zahl der Unternehmen, die Hypothekenkredite in einem eigenem Spezialunternehmen anbieten, ausgedehnt werden, bisher sind das die FHB, die OTP und die Unicredit. Die Nationalbank betonte ausdrücklich, dass man mit der Maßnahme auch gezielt „einigen Marktgerüchten“ begegnen wolle. Fragt sich, wenn es nur Gerüchte waren, warum man ihnen dann begegnen muss. Letztlich ist die Maßnahme vielleicht als Anschub nützlich, aber auch ein Eingeständnis, dass dieser Markt momentan von selbst nicht lebensfähig ist.

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