Budapest. Ungarn steht vor einem politischen Umbruch historischen Ausmaßes: Die Tisza Párt unter Führung von Péter Magyar hat die Parlamentswahl 2026 mit einem Erdrutschsieg gewonnen und sich nach aktuellen Auszählungen eine verfassungsändernde Mehrheit gesichert.
Endergebnis 2026: Tisza-Partei sichert sich 141 Mandate
Nach Auszählung von 99,99 % der Stimmen steht die endgültige Sitzverteilung im ungarischen Parlament fest. Die Tisza-Partei unter Péter Magyar hat ihren Vorsprung in der finalen Phase der Auszählung nochmals leicht ausgebaut und zieht mit 141 Abgeordneten in das Nationalversammlung ein. Damit verfügt die neue Regierung über eine solide Zweidrittelmehrheit (69 % der Sitze).
| Partei | Direktmandate | Landesliste | Gesamtmandate |
| TISZA | 96 | 45 | 141 |
| Fidesz-KDNP | 10 | 42 | 52 |
| Mi Hazánk | 0 | 06 | 06 |
Update: Bei einem Auszählungsgrad von 99,09 Prozent erreicht die Tisza-Partei mit 140 Sitzen (44 Liste, 96 Direktmandate) eine verfassungsändernde Mehrheit. Das Bündnis Fidesz-KDNP kommt auf 53 Mandate (43 Liste, 10 Direktmandate), gefolgt von Mi Hazánk mit 6 Parlamentssitzen.
Update: Bei einem Auszählungsstand von 98,93 % steht das Ergebnis der Parteilisten kurz vor dem Abschluss: Die TISZA-Partei sichert sich demnach 44 Listenmandate. Mit insgesamt 3.131.329 Stimmen (52,06 %) erzielte die Partei ein Rekordergebnis. Bemerkenswert bleibt das Gefälle zwischen den Inlandsstimmen (54,72 %) und der Briefwahl (13,85 %).
Update: bei rund 66% der Stimmen konnte die Tisza nochmal ein Mandat dazugewinnen und steht nun bei 137.
Bereits bei etwas mehr als der Hälfte der ausgezählten Stimmen lag TISZA stabil bei rund 136 der 199 Mandate – deutlich über der Schwelle zur Zweidrittelmehrheit. Die bisher dominierende Fidesz-KDNP fällt weit zurück und kommt nur noch auf rund 56 Sitze. Die rechtsradikale Mi Hazánk Mozgalom bleibt mit wenigen Mandaten drittstärkste Kraft.
Der Abend verlief eindeutig: Nach ersten Unsicherheiten bei niedriger Auszählung kippte das Bild rasch zugunsten der Opposition. Exitpolls hatten bereits früh einen klaren Vorsprung signalisiert, der sich mit fortschreitender Auszählung verfestigte.
Während bei TISZA in Budapest Volksfeststimmung herrscht, verließ Viktor Orbán am Abend auffallend schnell und ohne klare Einordnung der Niederlage die Bühne. Eine deutliche Gratulation an den Wahlsieger blieb aus – jedoch wurde anders als oft befürchtet keine Anfechtung des Ergebnisses initiert. Orbán erkennt an, dass die Fidesz keinen Regierungsauftrag erhalten hat – sie werde aber weiterhin für das Volk arbeiten – in Opposition.
Aus dem europäischen Ausland trafen dagegen umgehend deutlichere Reaktionen ein. Vertreter des Europäischen Parlaments gratulierten dem ungarischen Wähler zu einer richtungsweisenden Entscheidung und signalisierten Unterstützung für einen politischen Neuanfang.
Mit diesem Ergebnis endet eine anderthalb Jahrzehnte währende Dominanz der Fidesz – und eröffnet Péter Magyar die Möglichkeit, zentrale Elemente des bestehenden Systems ohne parlamentarische Blockade grundlegend umzubauen.
Quellen: https://vtr.valasztas.hu/ogy2026
Photo: eigene Illustration






