Drücken Sie „Enter“, um den Inhalte zu überspringen

Feuerwehrleute „geschockt“ über Regierungsmaßnahmen

(c) Pester Lloyd / 08 – 2011 NACHRICHTEN 04.03.2011

Ungarische

Nach den erwartbaren Äußerungen der Banken und dem reflexartigen Aufschrei der Opposition , regt sich nun auch berechtigte Kritik am neuen „Reformpaket“ der Orbán-Regierung . Die Feuerwehrmänner des Landes zeigten sich über ihren Gewerkschaftschef Kornél Árok „geschockt“ über die Beschneidung der Regeln für die Frührente. Nach den Plänen der Regierung, hat zukünftig nur noch Anspruch auf staatliche Rentenleistungen, wer das Rentenalter (Männer: 65 Jahre) erreicht hat. Auch bei der Polizei und anderen, dem Innenministerium unterstellten, Behörden wurde dahingehend Unmut geäußert, mehr als 60.000 Menschen in Ungarn arbeiten insgesamt für die operativen Exekutivorgane und Notdienste.

Die Gewerkschaft der Feuerwehr ließ durchblicken, dass Demonstrationen und andere Protestaktionen angedacht sind, man sich aber vorher erst über die (nicht so leicht zu bekommenden, da kaum vorhandenen) Details der neuen Regelungen informieren lassen möchte. Árok sagte, dass „unsere Männer für 85.000 bis 90.000 Forint netto im Monat ihr Leben riskieren“ (300.- EUR), im letzten Jahr bereits das 13. Monatsgehalt einbüßten. Die Möglichkeit einer früheren Pensionierung in diesem körperlich und nervlich sehr strapazierenden Beruf ist das einzige, was die Leute noch bei der Stange hält, so der Gewerkschafter. Ein Betroffener zählte auf, welche Belastungen für das wenige Geld auf diesem Beruf liegen: Arbeitszeiten von 48-54 Stunden pro Woche sind der Normalfall, Einsatz auch bei Lebensgefahr, Bereitschaftsdienste und Zurückbeorderungen aus dem Urlaub bei Bedarf, ständige Verfügbarkeit mit Angabe von Adressen, politisches Engagement ist untersagt, Streikverbot. Was bleibt, war die Aussicht, nach 25 Jahren Dienstzeit mit einer „vollen Rente“, die ohnehin minimal wäre, auszuscheiden, zumal die Gesundheit dann meist schon angegriffen ist. Die Maßnahme der Regierung sei für die Feuerwehrleute ein Stoß vor den Kopf gewesen, sagte Árok, sie hätte den „Deal“ zwischen Staat udn Feuerwehr einseitig aufgehoben.

Titelseite der aktuellen Pester-Lloyd-Wochenzeitung

Neu · Jeden Freitag als PDF

Der Pester Lloyd als Wochenzeitung – wie früher am Kiosk, nur digital

Ausgabe 10.–16. August 2026, 15 Seiten im großen Zeitungsformat. Darin unter anderem:

• Sziget, Tag drei – Florence, Staub und ein Ermittlungsverfahren• András Baka vereidigt – ein Präsident für den demokratischen Wiederaufbau

Zeitung ansehen – 2,50 €

In eigener Sache – Ihr Kauf unterstützt unabhängigen Journalismus ohne Paywall.

0 0 Bewertungen
Beitragsbewertung
Abonnieren
Benachrichtigen bei
guest
0 Kommentare
Älteste
Neueste Meistbewertet
Inline-Feedbacks
Alle Kommentare anzeigen
© Alle Inhalte Copyright 2026 Pester Lloyd
0
Deine Meinung würde uns sehr interessieren. Bitte kommentiere.x