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Fidesz-Fraktionschef will ein Denkmal von Columbo in Ungarn

(c) Pester Lloyd / 13 – 2013 BOULEVARD 28.03.2013

Fidesz-Fraktionschef will ein Denkmal von Columbo in Ungarn

Budapest bekam unter der neuen Regierung schon eine Papst-Statue (Johannes Paul II.) und ein Ronald-Reagan-Denkmal, auch Horthy steht als Namensgeber – vorerst noch auf kommunaler Ebene – hoch im Kurs. Ein wenig verwunderlich mutet da die jüngste Ausschreibung des Bürgermeisters des V. Bezirkes der ungarischen Hauptstadt, Antal Rogán an, der "nebenbei" auch Fraktionschef seiner Partei Fidesz im Parlament ist, der jetzt ein Denkmal für das berühmteste Glasauge der Fernsehgeschichte, Insepktor Columbo, alias Peter Falk errichten will. Bis Anfang April bittet man um Vorschläge und Entwürfe. Der Schauspieler Peter Falk (1927-2011), unten das Grab von Max Falk (1828-1908) mit Büste in Budapest

Das „lebensechte und lebensgroße“ Denkmal soll dann an der Max Falk (Falk Miksa) utca, Ecke Szent István körút aufgestellt werden. Peter Falk, Max Falk? Genau: Peter war der Urenkel von Max Falk, dem einstigen Oberhausmitglied, Ungarischlehrer und Vertrauten von Königin Sisi, der fast 40 Jahre Chefredakteur des Pester Lloyd und Doyen der Pester Jorunalisten war. Die Familie war jüdischer Abstammung, weitgehend säkularisiert und eigentlich längst ungarisch assimiliert. Soweit verifizierbar, wanderte Max´ Nachkomme, seine Tochter Madeline, verheiratet mit einem polnisch-russischen Juden nach dem Ersten Weltkrieg in den Wirren und der Armuts- und Einwanderungswelle rund um Trianon nach Amerika aus. Was nun aber den Bezirksbürgermeister dazu bewog, den amerikanischen Schauspieler Peter Falk, so kultig er auch sein mag, nicht aber dessen Großvater, der wahrlich eine wichtige Rolle im „alten“ Ungarn spielte, mit einer Statue zu ehren, bleibt sein Geheimnis. Max Falks Büste wittert übrigens auf dem Kerepeser Friedhof vor sich hin.

“Der Falk der Königin” http://www.pesterlloyd.net/html/2004schickergfalkderkoenigin.html

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