(c) Pester Lloyd / 20 – 2009 POLITIK 11.05.2009
Fidesz-Kandidat gewinnt in Pécs
Zsolt Páva, der Kandidat des Fidesz, hat mit überwältigender Mehrheit die Bürgermeisterwahl in Pécs am gestrigen Sonntag gewonnen. Auf ihn entfielen fast zwei Drittel der abgegeben Stimmen, genau 65,8%.
Die MSZP-Kandidatin, die derzeitige Parlamentspräsidentin Katalin Szili, erreichte 34,1%. Damit verlor die MSZP eine ihrer Hochburgen. Die Wahlbeteiligung in der 152.000 Einwohner zählenden Stadt lag bei 44,1%. Bemerkenswert ist dabei, dass die MSZP auch Stadteile an den Fidesz verlor, die seit der Wende fest in ihrer Hand waren. Die vorgezogene Wahl war wegen des Todes des Bürgermeisters Péter Tasnádi (MSZP) im Februar nötig geworden.
Zsolt Páva dankte den Bürgern für das große Vertrauen und versprach ein Bürgermeister für die ganze Stadt sein zu wollen, und sich auch um die Bezirke zu kümmern, die bisher links regiert wurden. Die Pécser bekämen jetzt endlich ihr „Recht auf Beteiligung bei der Gestaltung der Zukunft ihrer Stadt.“ sagte Páva, auch in Anspielung auf die vielen Ungereimtheiten und Skandale im Zusammenhang mit den Vorbereitungen des Kulturstadt-Jahres. Diese Vorbereitungen sind derart desaströs, dass Beobachter davon ausgehen, das Kulturjahr nur noch mit radikalen Schritten retten zu können. Für die erfolgsverwöhnte und karrierebewußte Parlamentspräsidentin Katalin Szili ist diese Niederlage, zwar kein ganz unerwarterter, aber doch herber Schlag. Sie versuchte in ihren Äußerungen immer wieder sich von der Linie des Ex-Premier Gyurcsány zu emanzipieren, ja leistete sich mit ihm regelrechte Machtkämpfe in der Partei. Der Bürgermeisterposten in Pécs wäre eine gute Machtbasis auch innerhlab der Partei gewesen.
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