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Futuristische Landschaften und herrschaftliche Portraits im Werk von Glenn Brown

(c) Pester Lloyd / 06 – 2010 KULTUR 10.02.2010

Kunst ist Manipulation ist Kunst

Paradoxe Imitationen Alter Meister. Glenn Brown im Ludwig Museum Budapest

Das Ludwig Museum beherbergt vom 6. Februar bis zum 11. April Bilder und Werke des postmodernen und öffentlichkeitsscheuen Künstlern Glenn Brown. Das im Kunstpalast integrierte Museum der zeitgenössischen Kunst bietet mit der Ausstellung dem Besucher zum einen moderne und modernste Kunst und zum anderen eine neue Interpretation und Verständnis des Kunst- und Malereibegriffes.

Der englische Maler reproduziert bereits vorhandene Werke, unter anderem von Dali, Rembrandt und Auerbach. Diese Reproduktion ist jedoch mehr als die Wiedergabe mit der Verleihung der speziellen Note seiner Autorenschaft. Brown manipuliert, verzerrt, spiegelt und entartet die Bilder anderer Künstler. Seine Werke sind Farbexplosionen, Imitationen der Farbschichten ohne eigenen Farbschichtenauftrag, Verwandlung von Ölgemälden in Fotografien und die Gefahr eines Plagiatsverfahren.

Brown behauptet, es sei unmöglich, Gemälde neu herzustellen. Er vergleicht Bilder mit Wörtern. Egal welche neue Wortkombination und Schöpfung man auf ein Blatt Papier bringt, immer sind die Worte alt und gebraucht, gekannt und benannt. Niemals gelingt eine Kreation mit ungeahnten Zutaten. Aus dieser Perspektive beschäftigt sich Glenn Brown nicht mit der Schaffung neuer eigener Werke, sondern konzentriert sich auf die Neubearbeitung alter Meister. Die künstlerischen Vorlagen für die entstehenden Metamorphosen werden überblendet, überschichtet, verdreht, akkumuliert, farbverzerrt, deformiert und in eine eigene Farb- und Bildwelt des Künstlers verändert.

Die bizarren Landschaften sind ungebunden von Zeit und Ort. Seine kopierten Portraits wirken wie eine schlechte Modernisierung mit Charme. Glenn Brown scheint Gegensätze nieder zu malen. Zur gleichen Zeit und in gleichem Maße empfindet der Betrachter Glück und Traurigkeit, beurteilt das Bild als hässlich und doch schön. Es fasziniert und ist beängstigend. Seine durchaus respektvolle Auseinandersetzung mit der künstlerischen Tradition wird ironisch durchsetzt mit Popkultur und schwarzem Humor. Gegensätze und paradoxe Ausarbeitung.

Katherin Wagenknecht

Das Ludwig Museum bietet kostenlose Führungen in Ungarisch und Englisch durch die Ausstellung.

Ludwig Museum Komor Marcell utca 1, 1095 Bp. Eintritt 2.200 HUF, ermäßigt, 1.100 HUF

Weiterführende Informationen

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