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Gespräche über Malév in Moskau

(c) Pester Lloyd / 44 – 2009 WIRTSCHAFT 29.10.2009

Gespräche über Malév in Moskau

Ungarische und russische Regierungsvertreter haben sich am Donnerstag in Moskau zu Gesprächen über die Situation der Fluglinie Malév getroffen. Wie wichtig den Ungarn die Klärung der ungelösten Fragen bei und nach der Privatisierung der ehemaligen nationalen Airline ist, zeigt die Tatsache, dass Finanzminister Péter Oszkó persönlich die Delegation anführt. Er sprach zuerst mit dem Stellvertretenden Ministerpräsidenten der Russischen Föderation, Viktor Subkow.

Ungarn hat Nachforderungen aus dem Privatisierungsvertrag mit dem damaligen Ausschreibungsgewinner, der AirBridge, wo Investitionen in Millionenhöhe vereinbart waren, die Eigner Boris Abramovitsch nicht erbrachte. Dessen Anteile wurden inzwischen von der staatlichen Vnesheconombank (VEB) übernommen, die auch die Aktien der Aeroflot dirigiert. Diese baute das Management um, Generaldirektor ist mittlerweile an den anerkannten deutschen Airlinesanierer Gauss (Foto) und konstruierte die Besitzerstruktur so, dass die Malév pro forma eine EU-Fluglinie bleibt, was wichtig für den Zugang zu den Start- und Landerechten in der Union ist. Auf dem Papier hält eine ungarische Rechtsanwältin die Merhheit an der Malév, ist aber durch interne Verträge der VEB weisungsgebunden.

Die Malév entließ Mitarbeiter, änderte das Streckenportfolio und entwickelt sich allmählich zur Zubringerdrehscheibe für den russischen Markt, in beide Richtungen. In zwei bis drei Jahren, so hofft das Management, könnte man wieder profitabel sein. Mittlerweile boten die Ungarn sogar an, wieder bei der Linie einzusteigen oder als Geldgeber einzuspringen, um die weitere Tätigkeit und Bedeutung in Mittelosteuropa aufrecht erhalten zu können. Die Entscheidung über eine Kapitalerhöhung seitens der Teilhaber wurde im Septmeber vertagt, wohl auch, um damit den Druch auf die Politik zum Mittun zu erhöhen. Im Raum steht eine Kreditlinie von bis zu 150 Mio EUR, die sowohl Ungarn als auch Russland gemeinsam gewährleisten, z.B. über die Entwicklungsbank oder Staatsgarantien. Details werden gerade in Moskau verhandelt.

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