(c) Pester Lloyd / 37 – 2010 NACHRICHTEN 13.09.2010
Jobbik: Romakinder aus Familien holen
Von der rechtsextremen Partei Jobbik kommen derzeit, auch wahlkampfbedingt, Entgleisungen im Tagestakt, vornehmlich in Richtung ungarische Roma, auch, weil der Partei das Revanchismus-Thema durch die Politik des Fidesz abhanden gekommen ist. Während sich die Regierung rührend um die „Ungarn hinter den Grenzen“ kümmert, gibt es bis heute keine brauchbare politische Aktion in Richtung der rund 500.000 Ungarn mit Romaabstammung.
Diese „offene Flanke“, hinter der tatsächlich ein gewaltiges gesellschaftliches Problem steht, wird von den ultrarechten Volksverhetzern dankkbar aufgenommen: kürzlich forderte der Bürgermeisterkandidat für Miskolc die Einrichtung von KZ´s und die Aberkennung der Staatsangehörigkeit für Roma, die wiederholt Straftaten begehen, dann legte Parteichef Gábor Vona in einem Interview nach und bezeichnete die, „Beseitigung von Parasiten“, womit er explizit die Roma meinte, die arbeitslos sind, als für Ungarn vorteilhaft und erstrebenswert.
Nun erläutert Vona seinen neuesten Plan, den, dass man Romakinder grundsätzlich einmal in Internate stecken sollte, um sie aus ihren Familien, die er als „Teufelskreis“ bezeichnete, herauszulösen und zu anständigen Ungarn zu erziehen. Die Familien geben den Kindern „ein schlechtes Beispiel“, so dass diese „vielleicht eine drastische, aber doch die einzig wirksame Lösung“ für Kinder im Alter von 6 bis 14 Jahren ist. Vona empfahl, dass die Internierten aus ihren Umerziehungslagern ein- bis zweimal im Monat nach Hause könnten, um eine „umgekehrte Sozialisierung“ einzuleiten, denn die Kinder könnten in ihren Familien dann Verständnis für solche Vorgänge wie „Haare kämmen, sich waschen und das Haus sauber halten“ wecken.
Jobbiks Aktivitäten werden immer abstruser, so zum Beispiel das aktuellste „ungarisch-arabische Freundschaftsreffen“ aus Anlass des 11. Septembers, mit Bauchtanz und einem reformierten Pastor als ungarischem „HAMASZ“-Aktivisten. All dies findet sich wie immer gründlich aufgearbeitet und kommentiert auf dem Blog von Pusztaranger, den wir hiermit empfehlen. http://pusztaranger.wordpress.com/ -red.
Unser monatlicher Nachrichtenspiegel: die wichtigsten Meldungen aus Ungarn und Mitteleuropa, einmal im Monat per E-Mail. Kostenlos, kein Spam, jederzeit abbestellbar.
Nachrichtenspiegel kostenlos abonnieren




