(c) Pester Lloyd / 10 – 2011 KURZMELDUNGEN — gesammelte Meldungen dieser Woche aus dem Archiv.
Ungarische Polizei verhaftete Millionenbetrüger
10.03.2011 · Nachrichten
Die ungarische Polizei konnte am Dienstag einen in Österreich und Ungarn gesuchten Betrüger festnehmen, der die Eisenstädter Filiale der österreichischen Oberbank mutmaßlich um bis zu 8,2 Millionen EUR geprellt haben soll. Das zentrale Ermittlungsbüro der Polizei teilte mit, dass man den Verdächtigen Tivadár É. von Sopron nach Budapest verfolgte und ihn letztlich in einer Anwaltskanzlei in Budapest festnehmen konnte. Der Mann soll seit 2008 massenhaft Unterschriften von älteren Kontoinhabern gefälscht oder missbraucht haben, um an deren Konten zu gelangen. Bankmitarbeitern fielen mit der Zeit Unstimmigkeiten bei den Unterschriften auf und sie begannen Ermittlungen. Im Dezember wurde bereits ein Komplize verhaftet, ein ehemaliger leitender Mitarbeiter der Oberbank. Es ist noch nicht klar, ob der Mann nach Österreich ausgeliefert oder in Ungarn verurteilt werden wird.
Ironische Liszt-Oper hat Premiere in Ungarn
10.03.2011 · Kultur
Neue Oper über Liszt hat in Ungarn Uraufführung
Im Rahmen des Budapester Frühlingsfestivals hat am 18. März eine neue Oper des ungarischen Komponisten Gyula Fekete im Thália Theater Premiere. „Excelsior!“, eine Koproduktion der Ungarischen Staatsoper, soll „eine halbernste Oper“ in zwei Akten sein, die sich über Umwege mit „der Himmelfahrt von Franz Liszt“ befasst. Dabei, das betonen die Macher, dient Liszt mehr als Projektionsfläche für eine Erzählung über „einen Mann, nahe 50, gequält von Zweifeln seines Privatlebens. Ein Komponist, der zufälligerweise Franz Liszt heißt. Excelsior ist jedoch kein Dokumentarwerk, auch kein historisches. Die Geschichte, die auf wahren Tatsachen basiert, wird von der Phantasie bewegt, heißt es in der Ankündigung. Der Librettist András Papp sagt dazu: „Wir sehen nicht den Musiker, sondern einen Menschen, der in Krisensituationen Entscheidungen trifft – theoretisch könnte es eine beliebige Person sein, doch das, was passiert, konnte ausschließlich Liszt passieren.“, der uns in seinem Streben und Wirken „zwischen irdischem Leben und transzendenter Erfüllung“ gezeigt wird. Eine „nicht ganz ernste“ Aufarbeitung eines Nationalheiligen stellt in Ungarn in der Tat eine echte Novität dar. Nicht erst unter dieser sich sehr national bebildernden Regierung, waren die „Helden“ der Geschichte unantastbare Götter und wurden zumal in Opern auch so verehrt, – nur die Deutschen toppten das Pathos noch durch Richard Wagner, übrigens Liszts Schwiegersohn, der auch in der Oper „erscheint“.
Weitere Informationen (eng.) http://www.opera.hu/en/Excelsior/201103181900/info
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