(c) Pester Lloyd / 15 – 2011 KURZMELDUNGEN — gesammelte Meldungen dieser Woche aus dem Archiv.
Papst ernannte neuen Bischof für Pécs
13.04.2011 · Nachrichten
Wie Radio Vatikan meldet, hat Papst Benedikt XVI. einen neuen Bischof für die ungarische Diözese Pécs benannt, den 50jährigen György Udvardy. Udvardy war zuletzt Weihbischof in der Erzdiözese Esztergom-Budapest, die von Kardinal Péter Erdö geleitet wird. Die südungarische Diözese Pécs war im Januar in die Schlagzeilen geraten, als der 70-jährige Bischof Mihály Mayer zurückgetreten war, gegen den mehrere Strafanzeigen eingebracht wurden. Ihm werden Veruntreuung von Geldern aus Immobiliengeschäften in Höhe von umgerechnet mehreren Millionen Euro, üble Nachrede und auch sexuelle Belästigung zur Last gelegt. Mayer soll einen Schulrektor mit üblen Methoden aus dem Amt gemobbt und ihn dabei kriminalisiert sowie die gesamte Belegschaft der Schule bedroht haben. Insgesamt ermittle die Staatsanwaltschaft des südungarischen Komitates Baranya wegen des Verdachts der Beteiligung an 40 verschiedenen Straftaten gegen Mayer, so die Berichte. Ein Sprecher des Bischofs dementierte allerdings alle Anschuldigungen. Er kündigte rechtliche Schritte gegen alle an, die den Bischof angezeigt hatten.
Die Diözese Pécs gehört zu den ältesten im Lande und wurde im Jahr 1009 vom Staatsgründer un Christianisierer von König Stephan I. (der Heilige) gegründet. Von 1543 bis 1686 stand Pécs unter osmanischer Herrschaft, die Christen konnte ihre Religion aber weiterhin praktizieren.
Zum Thema:
Schwere Vorwürfe gegen Bischof von Pécs – Okt 2010 www.pesterlloyd.net/2010_43/43bischofpecs/43bischofpecs.html
Bischof von Pécs nahm seinen Hut – Jan 2011 www.pesterlloyd.net/2011_04/04bischofpecs/04bischofpecs.html
Hauptversammlung der Magyar Telekom in Budapest
13.04.2011 · Nachrichten
Am Dienstag hielt die Tochter der Deutsche Telekom, Magyar Telekom in Budapest ihre Jahreshauptversammlung ab. Nach der EU-üblichen IFRS-Methode weist die Magyar Telekom für 2010 bzw. das abgelaufene Geschäftsjahr, einen Gewinn nach Steuern von 77,37 Milliarden Forint aus (heute ca. 291 Mio. EUR), die Bilanzsumme betrug 1,109 Billionen Forint (knapp 4,2 Mrd. EUR). Die Verwendung der Gewinne umfasst eine Renditezahlung von 50 Forint je Aktie, was 52,12 Mrd. Forint der Gewinnsumme ausmacht, die restlichen 12,8 Mrd. werden in eine gesellschaftsinterne Reserve gezahlt bzw. im Ankauf von eigenen Aktien veranlagt. Auf der Hauptversammlung wurden auch die personelle und numerische Veränderung des Aufsichtsrates vorgenommen, so wurde Konrad Wetzker bis Mai 2013 ins Aufsichtsgremium gewählt, Wetzker war zuvor u.a. für die Energieagenden der Boston Consulting Group in CEE/SEE zuständig und verfügt über nützliche Erfahrung im Handling mit den ungarischen Behörden in Energiefragen. Wie gemeldet, ist die ungarische Telekom ja seit kurzem auch als Distributeur für Strom unterwegs.
Ungarn werden wieder am Airport Kabul stationiert
14.04.2011 · Nachrichten
Die ungarischen Truppen in Afghanistan könnten von April 2012 an ein weiteres Mal den Schutz des Airports von Kabul übernehmen. Das sagte der Kommandierende der dortigen ungarischen Streitkräfte Kilian bei einem Heimatbesuch auf der Luftwaffenabsis in Kecskemét. Derzeit sichern rumänische Kontigente den Flughafen, Ungarn habe vom NATO-Kommando gerade eine weitere Anfrage auf 12 Monate erhalten, bestätigte Verteidigungsminister Csaba Hende, der glaubt „dass unser Einsatz das Land dem Frieden schrittweise näher bringt.“ Als Ungarn das erste Mal für 6 Monate den Kabuler Flughafen sicherte, kam es zu keinen größeren Störungen. Rund 70% des Verkehrs betreffen Warenlieferungen, vornehmlich für die NATO-Truppen. Hauptherausforderung ist die logistische Gewährleistung des Betriebes (den die Amerikaner abwickeln), zumal nur eine Landebahn existiert. Zum Job der Schutztruppe gehört auch die Verantwortung für das Leben von 5.000 Arbeitern am Airport. Im letzten Jahr hatte das ungarische Kontingent zwei Tote bei einem Grantenangriff auf einen Konvoi zu beklagen. Wikileaks: USA halten ungarische Afghanistan-Mission für nutzlos – Dez 2010
EU als Ehrengeast beim Budapester Buchfestival
15.04.2011 · Kultur
Noch bis zum Sonntag, 17. April, findet in der ungarischen Hauptstadt Budapest das 18. Internationale Buchfestival statt. Passend zur EU-Ratspräsidentschaft Ungarns, wird diesmal kein einzelnes Land, sondern die ganze EU der Ehrengast auf dem Festival sein. Der Veranstalter garantiert, dass Autoren aus jedem der 27 Mitgliedsstaaten auf der Schau im Millenáris Park vertreten sein werden. Den Großen Preis der Stadt Budapest erhält der schwedische Schriftsteller Per Olov Enquist aus den Händen von Oberbürgermeister István Tarlós, weitere Gäste werden Helen Cross aus Großbritannien, Eca Menasse aus Wien, aus Frankreich Jean Rouaud und Andrei Makine sein. Neben den Buchständen gibt es die üblichen Signierstunden, Lesungen, Podiumsgespräche. Neben dem gemeinsamen EU-Stand wird es auch einen Bereich geben, in dem aktuelle in Fremdsprachen übersetzte Werke ungarischer Autoren präsentiert werden. http://www.bookfestival.hu/angol.html
Deichmann Ungarn mit großem Wachstum
15.04.2011 · Wirtschaft
Deichmann Ungarn konnte seine Umsätze 2010 um 27% erhöhen und nahm in seinen 73 Geschäften 20 Milliarden Forint ein. Der Geschäftsführer der ungarischen Tochtergesellschaft des deutschen Schuhhandelskonzerns, Tamás Czeczeli, erklärte auf einer Pressekonferenz, dass man 2010 in Ungarn 3,17 Mio. Paar Schuhe verkaufen konnte und damit einen Marktanteil von über 20% behauptet. Selbst wenn man die 13 im letzten Jahr neu eröffneten Standorte aus der Bilanz herausrechnet, ergibt sich noch ein Umsatzplus von 13%. Am Mittwoch eröffnete die Handelskette, deren Ergebnis auch durch eine Sondersteuer belastet sein wird, in Budapest ihre 74. Filiale in Ungarn, 2011 sollen noch zehn weitere hinzukommen, auch der Umsatz soll wieder zweistellig wachsen. Derzeit beschäftige man 580 Mitarbeiter.
Wieder Spesenmissbrauch bei ungarischer Regierungspartei
15.04.2011 · Nachrichten
Wieder Spesenmissbrauch bei Regierungspartei
Mittlerweile mussten bereits vier Abgeordnete der Regierungsfraktion Fidesz-KDNP einräumen, doppelte Spesenabrechnungen betrieben zu haben. Die Abgeordneten hatten neben ihrem Parlamentsmandat jeweils eine weitere Tätigkeit in einem Regionalparlament oder als Bürgermeister, wodurch ihnen zwei Abgeordneten-Diäten zustehen, aber nur eine zusätzliche steuerfreie Kostenpauschale. Drei Fidesz-Abgeordnete wurden dieses Rechtsbruches bereits überführt und gestanden ihre Missetat vor einer „Ethikkommission“ der Partei ein, zahlten die überzahlten Beträge zurück und leisteten zum Teil noch eine Spende für einen guten Zweck. Der letzte Fall betrifft den Mandatar der Fidesz-Anhängselpartei KDNP (Christsoziale) Pál Hoffman, der gleichzeitig Bürgermeister der Gemeinde Tököl ist und über rund 6 Monate insgesamt rund 1 Mio. Forint (3.800.- EUR) unrechtmäßig kassierte. Er habe die „Gesetzeslage falsch interpretiert“.
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