(c) Pester Lloyd / 21 – 2012 KURZMELDUNGEN — gesammelte Meldungen dieser Woche aus dem Archiv.
Opel baut Kapazitäten in Ungarn beträchtlich aus
21.05.2012 · Nachrichten
Kurz nach der Bekanntgabe, dass der Opel Astra zukünftig nicht mehr im Stammwerk Rüsselsheim gefertigt, sondern nach Großbritannien und Polen ausgelagert wird, bestätigt auch das ungarische General Motors bzw. Opelwerk in Szentgotthárd seine bereits vor 2 Jahren angekündigte Kapazitätsausweitung. 2012 sollen in Westungarn 40% mehr Motoren als im Vorjahr gefertigt werden, insgesamt 222.000 Stück, berichtet die Wirtschaftszeitung „Világgazdaság“ am Montag. Je nach Auftragslage könnte die Stückzahl auch auf über 300.000 geschruabt werden, wobei 2/3 für den US-Markt, China und Mexiko bestimmt sind. Man werde in den nächsten drei Jahren „mehrere hundert neue Mitarbeiter“ einstellen, zitiert das Blatt den Chefmanager, derzeit setht man bei 800 festen Mitarbeitern, knapp 200 mehr als im Vorjahr, allein 2012 könnten noch 200 weitere dazu kommen. Seit 1991 hat Opel in Ungarn über 700 Mio EUR investiert. Bis 2015 wird man weitere 500 Mio. EUR in eine weiter Fabrikationslinie stecken, in vier Jahren könnten rund 1.400 Mitarbeiter dort arbeiten. Neben Opel engagieren sich im Automobilbereich vor allem Audi und Mercedes sowie Suzuki .
Malév-Mitarbeiter in Ungarn demonstrieren für ihre Löhne
24.05.2012 · Wirtschaft
Mehrere Hundert frühere Mitarbeiter der bankrotten Fluglinie Malév demonstrierten am Dienstag vor dem Ministerium für Nationale Entwicklung und forderten ihre ausstehenden Löhne und Gehälter. In einer Petition, die von Gewerkschaftern überreicht wurde, stellen sie den Minister, die Regierung sowie das Parlament zur Rede, wie es zu einer solchen Entwicklung bei der Airline kommen konnte und fordern Unterstützung für die „über 2000 betroffenen Familien“. Gehälter und Zulagen in der Höhe von 1,8 Milliarden Forint (über 6 Mio. EUR) seien offen, man sehe nicht ein, die Kosten für das Missmanagement durch den Eigentümer, den ungarischen Staat, zu tragen. Am 3. Februar meldete die Malév Insolvenz an. Mehr dazu hier .
red. / Foto: MTI
OECD rechnet mit höherem Defizit in Ungarn
24.05.2012 · Wirtschaft
Nachdem das Amt für Statistik vergangene Woche die Wirtschaftsdaten für das erste Quartal veröffentlicht hat, gibt die OECD nun ihre Prognose für die ungarische Ökonomie bekannt. Diese zeichnet ein etwas pessimistischeres Bild als die Regierung Orbán oder auch die EU. Laut OECD dürfte das ungarische Haushaltsdefizit 2012 bei 3,0% und 2013 bei 2,8% des BIP liegen. Dadurch würden die EU-Stabilitätskriterien, die eine Neuverschuldung von nicht mehr als 3% vorsehen, gerade so eingehalten. Die Regierung selbst rechnet mit -2,5% und -2,2% für die zwei Jahre und beweist damit bestenfalls Zweckoptimismus
Denn auch die Prognosen für die allgemeine wirtschaftliche Entwicklung lassen wenig Grund zur Freude aufkommen. Für das Jahr 2012 sagt die OECD ein Minuswachstum von 1,5% gegenüber dem Vorjahr voraus. Demnach würde sich der negative Trend aus dem ersten Quartal fortsetzen. Für 2013 ist zwar erneut ein Wachstum zu erwarten, dieses liegt mit 1,1% jedoch unterhalb der Erwartungen, die die Regierung in ihren Reformeifer setzt. Dabei ist die OECD bei ihren Bewertungen bereits davon ausgegangen, dass die Verhandlungen Ungarns mit der EU und dem IWF schnell zu positiven Ergebnissen kommen, was Vertrauen bei potentiellen Investoren schaffen könnte. Auch die neuen Maßnahmen des Széll Plans 2.0 sind bereits eingerechnet. Sollte es anders kommen, was angesichts des derzeitigen Regierungsgebarens keinesfalls abwegig ist, dürfte sich die wirtschaftliche Entwicklung noch einmal etwas negativer gestalten. TA
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