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Kurzmeldungen aus Ungarn — KW 22/2010 (II)

(c) Pester Lloyd / 22 – 2010 KURZMELDUNGEN — gesammelte Meldungen dieser Woche aus dem Archiv.

Nur jeder fünfte Ungar machte lange Urlaub

01.06.2010 · Nachrichten

Nur wenige Ungarn machten 2009 richtig Urlaub

Nur 22% der Ungarn haben im letzten Jahr länger als fünf Tage zusammenhängend Urlaub gemacht. Das ermittelte eine Studie des Wirtschaftsforschungsinistitutes GfK Hungária. Danach haben 14% der repräsentativen Gruppe im Inland, nur 8% im Ausland einen Urlaub von mehr als fünf Tagen gemacht. Die meisten Auslandsaufenthalte gingen nach Kroatien, Griechenland, Italien und Österreich. Auch in den nächsten 12 Monaten wollen oder können 76% der Befragten keinen längeren Urlaub planen, 2008 waren dies 71%. 54% davon meinten, sie machten generell keine so langen Urlaube, die anderen machten ihre Einkommens- bzw. Arbeitssituation dafür verantwortlich.

Air Slovakia zahlungsunfähig

03.06.2010 · Wirtschaft

Air Slovakia zahlungsunfähig

Per Gerichtsbeschluss wurde die Fluggesellschaft Air Slovakia am 1. Juni für zahlungsunfähig erklärt. Damit war eine zuvor versuchte Sanierung gescheitert. Das Gericht bestellte einen neuen Konkursverwalter, Gläubiger haben nun 45 Tage Zeit, ihre Forderungen vorzubringen. Mit der Einleitung des gerichtlichen Insolvenzverfahrens erlöschen auch die Fluglizenzen und Start- wie Landerechte. Bereits seit Jahresbeginn war die kleine Airline, die sich zuletzt nur noch im Charterverkehr engagierte, in Turbulenzen. Maschinen wurden auf Flughäfen festgehalten, bis offene Rechnungen beglichen worden sind. Angeblich hat das Unternehmen allein Steuer- und Sozialabgebenschulden von über eine Million EUR. Die Flotte bestand zuletzt noch aus fünf Flugzeugen.

Budapest bei Lebensqualität auf Platz 73

03.06.2010 · Budapest

Die Studie des Unternehmensberaters Mercer vergleicht die Lebensqualität in 221 ausgewählten Haupt- und Großstädten weltweit. Unter den 25 Spitzenreitern befinden sich 16 europäische Städte. Wien belegt vor Zürich und Genf die Spitzenposition, während Düsseldorf und Frankfurt am Main auf den Plätzen 6 und 7 die höchste Platzierung deutscher Städte vorweisen können. Osteuropäische Städte rangieren in der Platzierung relativ weit hinten. Budapest liegt auf Platz 73 und stellt damit nach Prag (Platz 70) von den berücksichtigten osteuropäischen Städten diejenige, mit der zweithöchsten Lebensqualität dar. Ähnliche Platzierungen wie Budapest erreichen San Juan auf Puerto Rico (Platz 72) und Dubai (Platz 75). In die Ermittlung der Lebensqualität flossen neben der politischen, sozialen und kulturellen Umwelt auch Faktoren wie Gesundheit, der Zugang zu Bildung, Umweltverschmutzung und vorhandene Infrastruktur ein. Befragt wurden jedoch nicht die eigentlichen Einwohner der Städte, sondern dorthin entsandte Geschäftsleute, Diplomaten und andere Zugereiste, was Zweifel an der Aussagekraft der Studie zulässt.

www.mercer.com

Für Kost und Logis: Polizei gegen "Hühnerdiebe"

03.06.2010 · Nachrichten

im Nordosten von Ungarn

Innenminister Sándor Pintér beginnt damit, eines der zentralen Wahlversprechen seiner Partei Fidesz in die Tat umzusetzen, dass lautete „Polizei in jedes Dorf“. Vor Journalisten erklärte er am Dienstag, dass jedes Dorf, jede Gemeinde im Komitatsteil Borsod nun eine Polizeipräsenz hat. Das im äußersten Nordosten Ungarns gelegene Komitat Borsod-Abaúj-Zemplén habe, so der Minister, die höchste Kriminalitätsrate des Landes. Daher habe er 300 Polizeibeamte aus der Bereitschaftspolizei Budapest abgezogen und in die Provinz beordert, um alltägliche Delikte wie „Hühnerdiebstähle“ zu verhindern, eine Anspielung auf die immer wieder thematisierte „Zigeunerkriminaltiät“ in der Region mit einem hohen Anteil arbeitslosen und sehr armen Roma. Die entsandten Beamten sollen bei den Kommunen um Quartier als Gegenleistung für ihre Präsenz nachsuchen, sagte der Minister. Tägliche Patrouillengänge in allen 358 Ortschaften sind ihre Pflicht.

40% weniger neue Jobs durch Auslandsinvestoren

03.06.2010 · Wirtschaft

Ausländische Direktinvestionen schufen 2009 in Ungarn rund 7.100 Arbeitsplätze, was einen Rückgang von 40% gegenüber 2008 darstellt, wo noch 11.800 neue Stellen geschaffen worden waren. Diese Daten enstammen einer Studie der Wirtschaftsprüfer von Ernst & Young Ungarn. Damit platziert sich Ungarn jedoch immerhin noch auf den 6. Rang einer zwanzig Länder umfassenden Liste, auf der Ernst & Young die durch ausländische Direktinvestitionen geschaffenen Arbeitsplätze registriert haben will. Auf Platz 5 liegt dort z.B. Großbritannien mit 20.000 Arbeitsplätzen, Frankreich 13.300, Russland 11.700, Türkei it 10.800 und Polen mit 7.500 neuen Jobs. In Osteuropa liegt Ungarn demnach auf dem dritten Rang hinter Russland und Polen, vor Rumänien (6.384), Slowakei (5.262) und Tschechien (3.993). Wieviele Stellen indes im Krisenjahr 2009 bei ausländischen Investoren abgebaut wurden, sagt diese Liste nicht, ihre Aussagekraft solle auch mehr in der „Neuinvestitionsattraktivität“ liegen. Die Gehälter in Ungarn legten im Zeitraum von 2000 bis 2008 übrigens um 95% zu, während sie in der Eurozone in der gleichen Zeit nur um 22% gestiegen sind, freilich von einer ganz anderen immernoch deutlich höheren Basis aus.

Huawei baut Ungarn zur Europazentrale aus

03.06.2010 · Wirtschaft

Der chinesische Hersteller von Mobiltelefonen und anderem elektronischen Zubehör, Huawei, wird den größten Teil seiner in Europa angesiedelten Produktions- und Kogistikkapazitäten auf Ungarn konzentrieren und den Umsatz im Land 2011 auf rund 2,5 Milliarden USD steigern, 2012 könnte er schon bei 3,5 Mrd. USD liegen. Gleichzeitig steigt der Personalbedarf von derzeit 120 auf 700 direkt Beschäftigte, einige Hundert weitere Arbeitsplätze hängen zudem indirekt von dem Unternehmen ab, dass sich u.a. auch mit Zubehör für Festnetztelefonie, Internetübertragungskabeln und Glasfasertechnologie befasst und derzeit in Pécs und Komárom produziert. Wenn die logistischen Tests gut verlaufen könnte Ungarn zur Huawei-Drehschreibe für ganz Osteuropa inkl. Russland sowie Nordafrika werden. Vodafone ist einer der wichtigsten Kunden des Konzerns.

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