(c) Pester Lloyd / 31 – 2010 KURZMELDUNGEN — gesammelte Meldungen dieser Woche aus dem Archiv.
Matolcsy: Ungarn wird sich für Defizitgrenze nicht das Rückgrat brechen
06.08.2010 · Wirtschaft
Matolcsy: Ungarn wird sich für Defizitgrenze nicht das Rückgrat brechen
Wenn der ungarische Wirtschafts- und Finanzminister György Matolcsy Interviews gibt, ziehen Analysten und Fachleute, vor allem aber die privaten Kreditnehmer in Ungarn schon vor Angst die Köpfe ein. Es wäre nicht das erste Mal, dass seine Äußerungen zu „griechischen Szenarien“ und ähnlichem den Forint erschütterten. Diesmal gab Matolcsy im Interview mit dem regierungsfreundlichen Nachrichtensender HírTV zum Besten, dass „sich Ungarn nicht das Rückgrat brechen wird, um das Haushaltsdefizit im nächsten Jahr unter 3% zu halten, um Finanzexperten in weit entfernten Büros zufriedenzustellen.“ Damit hat er nicht weniger als die Zusage von Viktor Orbán gegenüber den europäischen Partnern in Frage gestellt.
Seinem Land, so führte Matolcsy aus, gehe es in erster Linie um „finanzielle Unabhängigkeit und die Wiedergewinnung von ökonomischer Selbstbestimmung“. Was genau er damit meint, immerhin „lebt“ Ungarn von Exporten in die EU und vom Geld der internationalen Finanzmärkte, sagte er jedoch nicht. Er sehe nicht ein, dass sein Land beim Staatshaushalt schlechtere Bedingungen als Rumänien oder Polen vorgeschrieben bekomme, während die durchschnittlichen Defizite in diesem Jahr in den EU-Ländern bei 7% lägen. Man werde bei allen Verhandlungen vor allem „die nationalen Interessen im Blick behalten.“ Erst kürzlich hatte Viktor Orbán erklärt, der IWF sei kein Verhandlungspartner mehr für Ungarn, wiewohl das Land der Multinationenbank bis 2014 noch 14,4 Mrd. EUR Nothilfe zurückzuzahlen hat.
MSZP kritisiert teure Amtseinführung für neuen ungarischen Präsidenten
06.08.2010 · Nachrichten
MSZP kritisiert teure Amtseinführung für neuen ungarischen Präsidenten
Die sozialistische Oppositionspartei MSZP hat die Umstände der Amtseinführung des neuen Ungarischen Präsidenten, Pál Schmitt, kritisiert. Es sei „schändlich“ den neuen Präsidenten mit „großen Fanfaren“ und „über 200 geladenen“ Gästen quasi zu inthronisieren, während die meisten Hochwasseropfer vor allem im Nordwesten des Landes immer noch auf die angekündigten Hilfsgelder und Hilfsmaßnahmen warten. Weder bei Vorgänger László Sólyom, noch bei dem damaligen Präsidenten Árpád Göncz seien öffentliche Gelder für eine Einführungszeremonie verschwendet worden. Der vormalige Parlamentspräsident und NOK-Chef Pál Schmitt übernimmt die Amtsgeschäfte am 6. August, er gilt als treuer Erfüllungsgehilfe der Politik von Premier Viktor Orbán, welcher ihm auch in das Amt verhalf.
Ungarische Telekom senkt Jahresprognose für Umsatz und Gewinn
06.08.2010 · Wirtschaft
Ungarische Telekom senkt Jahresprognose für Umsatz und Gewinn
Der Gewinn der Magyar Telekom, Tochter der Deutschen Telekom, sank im zweiten Quartal 2010 nach Steuern auf 15,9 Milliarden Forint (ca. 56 Mio EUR) und lag damit um 31% niedriger als im Vergleichszeitraum vor einem Jahr. Die Umsätze gingen um 6,6% auf 150,5 Mrd. HUF zurück, in fleichem Maße sanken die Kosten, auf 114,3 Mrd. HUF. Der oeprative Gewinn sank um 9,4% auf 36,6 Mrd. Forint. Der Gewinn je Aktie sank von 22 auf 15 Forint. Umsatzeinbrüche gab es maßgeblich im Festnetzbereich (-10,6%, 61,6 Mrd. HUF), aber auch die Mobilfunksparte büßte 4,4% ein (78,3 Mrd. HUF), T-System und IT brachten 2,3% mehr ein, 10,6 Mrd. Zusammen mit diesen Zahlen senkte der Vorstandschef des Konzerns, Christopher Mattheisen, die Jahresprognose für das Betriebsergebnis um 5-7 Mrd Forint, vor allem auch wegen des Sparpakets der Regierung, das auch einen deutlichen Einschnitt in die IT und Telekommunikationsdienstleistungen der öffentlichen Verwaltungen bedeutet. Der Gesamtumsatzrückgang soll am Jahresende bei 6-8%, der des Gewinns vor Steuern bei 7-9% im Jahresvergleich liegen.
Pakistan und Ungarn bauen Energiekooperation aus
06.08.2010 · Nachrichten
Pakistan und Ungarn bauen Energiekooperation aus
Der pakistanische Öl- und Ressourcenminister Syed Naveed Qamar hat Ungarn bei einem dreitägigen Besuch in Budapest zu weiterem Engagement in seinem Land eingeladen. Pakistan wolle mittelfristig seine Abhängigkeit von Rohstoffimporten deutlich verringern, zumal das Land über viele noch ungehobene Bodenschätze verfügt. MOL Pakistan fördert schon jetzt nicht unbedeutende 9% der jährlichen Erdgasmengen im Land, beim Rohöl sind es sogar 12%. Als nächster Schritt sei die Errichtung eines großen Erdgaslagers geplant, der Minister besichtigte zu diesem Zwecke eine ähnliche Anlage der MOL in Szöreg. Auch in anderen Energiebereichen ist das Engagement der Ungarn gern gesehen.
Zahl der Arbeitssuchenden in Ungarn gestiegen, Arbeitslosigkeit stagniert
10.08.2010 · Nachrichten
Zahl der Arbeitssuchenden in Ungarn gestiegen, Arbeitslosigkeit stagniert
Die Zahl der registrierten Arbeitssuchenden (nicht identisch mit der Zahl der Arbeitslosen) stieg im Juli gegenüber dem Juni um 0,7% auf 550.000 Personen, war aber gegenüber dem Vorjahr um 1,4% geringer. 160.000 der Arbeitssuchenden befinden sich schon seit mehr als einem Jahr auf der Suche nach einer Anstellung. Die offizielle Arbeitslosenrate lag im Mittel von April-Juni bei 11,1%, 1,5 Prozentpunkte über dem Stand vor einem Jahr und 0,3 Punkte unter dem Quartal zuvor, berichtet das Statistische Zentralamt, KSH in Budapest.
Malév-Verträge im Visier der Ermittler
10.08.2010 · Nachrichten
Malév-Verträge im Visier der Ermittler
Auf Anweisung des staatlichen Eigentümers der Fluglinie Malév, untersucht das Nationale Ermittlungsbüro (Nemzeti Nyomozó Iroda, NNI, vergleichbar mit der Generalstaatsanwaltschaft) derzeit Verträge, die noch unter dem früheren Management abgeschlossen worden sind und deren Sauberkeit zumindest angezweifelt wird. Darüber informierte der Generaldirektor der Airline, Martion Gauss, eine ungarische Wirtschaftszeitung. Dabei geht es um Dienstleistungsverträge mit den Unternehmen Charter Corporation, Seabury APG und eine noch ungenannte Firma, die in Verbindung mit einem früheren Aufsichtsratsmitglied der Malév steht. Bereits seit dem Frühjahr werden solche Verträge durchleuchtet, nun scheint sich bei manchen der Verdacht der Küngelei zu erhärten. So konnte das Controlling für die an die charter Corporation gezahlten 800 Mio Forint (ca. 2,8 Mio EUR) binnen eines Jahres sowie einige hundert Millionen an Seabury kaum eine adäquate Gegenleistung ermittelt werden. Das NNI wird seine Erkentnisse in Kürze veröffentlichen. Die Malév war vor einigen Monaten vom russischen Eigentümer AirBridge übernommen und damit rückverstaatlicht worden. Die Fluglinie soll bis 2012 wieder schwarze Zahlen, zumindest im operativen Geschäft, schreiben.
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